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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 11. März 2010 um 00:00 Uhr

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08.stena_zieht_abGroße Bestürzung im Hafen. Das Ende der Stena- Line-Route von Travemünde nach Göteborg erschüttert den Hafen. Verliert Lübeck große Frachtmengen? Die Entscheidung der schwedischen Reederei, die Frachtlinie vom Skandinavienkai nach Göteborg nach fast 30 Jahren einzustellen, ist unumstößlich. Das machten gestern Stena-Fracht-Manager Ulrick Kock und Routendirektor Claes Berglund bei einem Gespräch mit der Belegschaft deutlich.
„Im September geht das Licht aus", kommentierte Volker Polac, Stena-Betriebsstättenleiter in Travemünde und Vorsitzender der Lübecker Schiffsmaklervereinigung, die Entscheidung der Reederei. Er hob hervor, dass die Reederei sozialverträgliche Lösungen in Aussicht gestellt habe und bemüht sei, die 15 betroffenen Mitarbeiter bei befreundeten Reedereien unterzubringen.
Der Lübecker CDU-Kreisvorsitzende Frank Sauter forderte einen „Krisengipfel" für den Hafen: „Wenn nicht dramatisch gegengesteuert wird, werden sich die Verluste der LHG in diesem Jahr der Zehn-Millionen-Euro-Marke nähern."
Dass die Stena-Line Lübeck den Rücken kehrt und den Frachtdienst nach Schweden von Kiel aus betreibt, ist für den Lübecker Hafen ein Schlag ins Kontor. Am Skandinavienkai wurden im Krisenjahr 2009 insgesamt 660 000 Einheiten (Lkw und Trailer) umgeschlagen, davon 15 Prozent von der Stena-Line. Folge: Mit dem Ende des Fährdienstes gehen dem Lübecker Hafen 100 000 Frachteinheiten verloren.
Doch so sicher ist das keineswegs. „Wir setzen alles daran, dass wir die Ladung in Lübeck halten", sagte gestern der Sprecher der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), Rolf Klein. Dahinter steht die Erkenntnis, dass eine Reederei zwar ihre Routen verlegen kann, dabei aber nicht sicher sein kann, dass auch die Fracht diesem neuen Weg folgt. Olaf Werner, Betriebsrat bei Stena in Travemünde, berichtete gestern, es gebe bereits erste kritische Reaktionen von Kunden. Werner: „Viele Kunden sind nicht bereit, den längeren Weg nach Kiel zu fahren."
In der gestrigen Aufsichtsratssitzung erklärte die LHG, sie gehe davon aus, dass große Teile der Lübecker Stena-Frachtmengen am Skandinavienkai auf andere Fähren verlagert werden, teilte Aufsichtsratsmitglied Raimund Mildner mit.
Auf der Frachtlinie Travemünde–Göteborg ist die Stena-Line besonders heftig von der Wirtschaftskrise erwischt worden. Das Frachtaufkommen sank 2009 um fast 40 Prozent. Grund: Der Umfang der Frachtmengen hängt vom Zustand der schwedischen Industrie in der Region Göteborg ab; vor allem vom Gesundheitszustand von Volvo und Saab, der bekanntermaßen derzeit nicht besonders stabil ist.
Trotzdem ist die Fährverbindung nach Göteborg nach Auffassung von Fachleuten langfristig hochinteressant. Deshalb wird auch am Skandinavienkai darüber spekuliert, dass die Fracht, die von der „Stena Freigther" und der „Stena Carrier" nach Göteborg transportiert wird, einfach umgeladen wird, wenn Stena die Hansestadt verlassen hat. Insgesamt acht Abfahrten täglich haben die TT-Line (Zielhafen Trelleborg) und die Finnlines-Tochter Nordö (Zielhafen Malmö) am Skandinavienkai. Und die Reederei Transatlantic läuft vom Nordlandkai Göteborg direkt an.
Von Torsten Teichmann
Ln-online/lokales vom 11.03.2010 00:02
Foto: Die „Stena Carrier" am Skandinavienkai, die gemeinsam mit der „Stena Freigther" Göteborg anläuft. Im September werden beide Schiffe den Lübecker Hafen verlassen. Die notleidende Route wird eingestellt. Foto: TIM JELONNEK
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