Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 11. März 2010 um 00:00 Uhr

Benutzerbewertung: / 2
SchwachPerfekt 
00gegenikeaDer schwedische Möbelkonzern Ikea will sein Großprojekt in Dänischburg voran treiben und macht jetzt Druck. „Wenn die Mehrheit uns nicht haben will, respektieren wir das und kommen nicht nach Lübeck", sagt Johannes Ferber, stellvertretender Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs GmbH. Man habe sich ein „ganzheitliches Konzept ausgedacht", das man in Dänischburg realisieren wolle.
Ikea reagiert damit auf die anhaltende Kritik des Handels, der gegen das geplante skandinavische Einkaufscenter mobil macht. Zehn Wirtschaftsverbände aus der Region, die 1000 Unternehmer vertreten, erwägen sogar eine Klage gegen das Großprojekt am nördlichen Stadtrand und haben sich in einem offenen Brief an Ikea gewandt. Stein des Anstoßes ist das geplante skandinavische Center, das neben dem Ikea-Einrichtungshaus, dem „House of living" von Villeroy&Boch und einem Baumarkt entstehen soll. Insgesamt sind 60 000 Quadratmeter Verkaufsfläche geplant.
Der Handel fürchtet um die Innenstädte. „Das ist der Genickschuss für uns", sagt Uwe Muchow, Chef des Gewerbevereins in Neustadt. Der Einzelhandel werde in „rasanter Geschwindigkeit kaputt gehen", prophezeit er. In dem gemeinsamen Schreiben erklären die Wirtschaftsvereine, dass „jeder neue Arbeitsplatz auf der grünen Wiese drei Arbeitsplätze in der Innenstadt gefährdet". Der Brief solle „ein Wink mit dem Zaunpfahl für Ikea" sein, so Muchow.
Der Handel will nun ein Gegengutachten erstellen lassen. „Wir werden eine weitere Expertise in Auftrag geben", kündigt Muchow an. Denn das bereits vorgelegte Verträglichkeitsgutachten des Koordinierungsbüros Wirtschaft (KWL) stößt beim Handel auf Kritik und wird als „lückenhaft" bezeichnet.
Dass Ikea nur mit dem skandinavischen Center nach Lübeck kommt und sonst gar nicht, nennt Muchow „eine Drohgebärde". Bert Janfeld, Vorsitzender des Lübeck-Managements, bezeichnet das als „Stimmungsmache von Ikea". Reinfelds Bürgermeister Gerhard Horn (parteilos) fordert Ikea auf: „Verzichtet auf die Sortimente, die es in der Innenstadt gibt – sonst legt ihr Euch mit den Nachbarstädten an." Hans Frick, Präsident des Einzelhandelsverbandes Nordost, protestiert: „Die Städte sollten sich nicht erpressen lassen."
„Ich fühle mich in keinster Weise erpresst", kontert Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU). Bei einer Investitionssumme von 120 Millionen Euro könne man verstehen, dass Ikea seine Vorstellungen verwirklichen wolle. Außerdem: „Wir wollen Ikea." Zugleich würden zurzeit zwölf Millionen Euro in die Lübecker Innenstadt investiert, um sie zu stärken. Auch die IHK geht auf Distanz zu den Wirtschaftsvereinen. „Die Forderung, ganz und gar auf das skandinavische Center zu verzichten, ist wenig realistisch", sagt Lars Schöning. Auch Ferber versucht den Handel für sich zu gewinnen: „Das Konzept bietet große Chancen für die Region." Er findet es schade, dass die Kaufleute nicht den Dialog suchen. „Wir sind gesprächsbereit." Mit der Kaufmannschaft und der Kreishandwerkerschaft habe es bereits positive Treffen gegeben. Am Montag fällt im Lübecker Bauausschuss der Startschuss für das Großprojekt. SPD und CDU wollen zustimmen. Seite 2/Lübeck
Von Josephine von Zastrow
ln-online/lokales vom 11.03.2010 11:35
Foto: Baut Ikea in Lübeck-Dänischburg? Über die Pläne wird heftig gestritten.
Banner