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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 19. März 2010 um 00:00 Uhr

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schrumpfen_lnLübeck - Der schwedische Möbelriese plant in Dänischburg seinen ersten Öko-Standort. Auf dem Areal an der Trave soll mehr regenerative Energie gewonnen werden als Ikea verbraucht.Bislang wird Ikea mit den Farben Blau und Gelb in Verbindung gebracht. Jetzt soll Grün dazu kommen. Denn der schwedische Möbelkonzern will Energie sparen: Der geplante Standort in Lübecks Norden soll zu einem Pilotprojekt werden. „Wir wollen, dass Dänischburg zu einem ökologischen Vorzeige-Standort wird", gibt Johannes Ferber , stellvertretender Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs GmbH, die Devise aus. „Wir wollen zum ersten Mal mehr Energie lokal und regenerativ selbst erzeugen, als wir verbrauchen." Das bedeutet für Ikea Extra-Investitionen von mehreren Millionen Euro, dafür rechnet sich das Ganze aber innerhalb von acht Jahren.
Ferber hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Es wird untersucht, auf welche Art in Dänischburg Energie gewonnen werden kann. Unter die Lupe genommen werden verschiedene Möglichkeiten der Energiegewinnung. So kann man sich auf 22 000 Quadratmetern Dachfläche eine Solaranlage vorstellen, wodurch Strom gewonnen wird. Auch eine Warmwasseraufbereitung durch Sonnenenergie wird untersucht. Eine Regenwasserzisterne könnte auf dem Areal gebaut werden und die Toilettenspülungen versorgen. Wärmepumpen, Kältemaschinen werden geprüft, auch Wärmerückgewinnungsanlagen in den Lüftungsanlagen kann sich Ferber vorstellen. Der städtische Abwasserdruckkanal könnte mittels Wärmetauscher zur Gewinnung von Wärme im Winter – und zur Erzeugung von Kühlenergie im Sommer – verwendet werden. Gebäudedämmung ist auch ein Thema.
„Wir wollen in Lübeck versuchen, völlig unabhängig von fossiler Energie zu werden", sagt Ferber. Der Standort in Dänischburg sei ideal, da es dort die Trave in der Nähe gibt, der Grundwasserstand hoch ist und man möglicherweise auch Windräder aufstellen könnte. Außerdem misst das Areal nördlich der Trave insgesamt 400 000 Quadratmeter, entwickelt werden für das Ikea-Großprojekt aber nur 180 000 Quadratmeter. Damit ist auf dem Gelände genügend Platz, die Öko-Ideen zu verwirklichen. Ferber will nicht nur das Ikea-Einrichtungshaus mit regenerativen Energien versorgen, sondern alle geplanten Gebäude – das umstrittene skandinavische Center mit dem „House of living" von Villeroy & Boch und den Baumarkt. Insgesamt geht es um 80 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Dadurch rechne sich das Öko-Projekt, so Ferber. So könnte man beispielsweise auch ein Blockheizkraftwerk bauen. „Das Einzigartige an dem Lübecker Standort ist, dass wir von Anfang an ein vernünftiges Konzept planen können, um Energie zu sparen", so Ferber. Unterm Strich soll die „Öko-Bilanz neutral, bestenfalls positiv sein".
Doch nicht nur in der Hansestadt setzt Ikea aufs Energiesparen. Vor zweieinhalb Jahren hat der schwedische Möbelkonzern eine Öko-Initiative gestartet und will weltweit an seinen Standorten 25 Prozent Energie sparen und auf regenerative Energien umsteigen. Dazu werden ältere Standorte umgerüstet, die neuen Standorte entsprechend geplant. So soll in Berlin-Lichtenberg eine Solaranlage auf dem 20 000 Quadratmeter großen Dach platziert werden. 770 Tonnen CO2 werden dadurch pro Jahr eingespart, so Ferber. Der Energiebedarf entspricht etwa 140 Niedrigenergiehäusern. In Würzburg beispielsweise musste das Einrichtungshaus auf 187 Betonpfähle gegründet werden – in 15 Metern Tiefe. Dort wurden dann Heizspiralen eingebaut, um Wärme aus dem Erdreich zu gewinnen.
Ferber setzt auch auf kleine Energiesparmaßnahmen, wie Sparlampen, Absenken der Haustemperatur um ein Grad. Ferber ist überzeugt, dass dieses „Öko-Pilotprojekt in Dänischburg" verwirklicht werden kann.
Von Josephine von Zastrow
ln-online/lokales vom 19.03.2010 00:00
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