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Geschrieben von: LN Beitrag Sonntag, den 21. März 2010 um 00:00 Uhr

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029.baut_luebeckNeue Hoffnung für Arbeitssuchende rund um Lübeck: Kommt der Bauhafen für die Fehmarnbelt-Brücke, gibt's bis zu 2000 neue Jobs. Die Vorbereitungen der Arbeitsagentur laufen auf Hochtouren.
Lübeck will Bauhafen für die Fehmarnbelt-Brücke werden. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hat für die Stadt den Hut in den Ring geworfen. Eine Arbeitsgruppe aus Rathaus-Mitarbeitern, Hafenbetreibern, Hafenbehörde, Lübecker Maschinenbau Gesellschaft (LMG) und anderen Unternehmen unter Federführung der Industrie- und Handelskammer will dem dänischen Bauherren „Femern A/S" bis Ende des Jahres ein Gesamtkonzept vorlegen. Die Experten in der Lübecker Agentur für Arbeit sind begeistert. Bis zu 2000 Jobs werden entstehen, eine Chance für Arbeitssuchende weit über die Stadtgrenzen hinaus.
In der Arbeitsagentur haben die Vorbereitungen bereits begonnen.
„Mit Blick auf den Fachkräftebedarf beim Bau der Fehmarnbelt-Querung werden wir bereits dieses Jahr mit Umschulungsmaßnahmen im Baubereich – zum Beispiel zum Maurer – starten", sagt Arbeitsagentur-Chef Wolfgang Werner. Gleichzeitig würden die Agentur-Mitarbeiter in den Betrieben verstärkt für die Ausbildung im Baugewerbe werben, „auch über den aktuellen Bedarf hinaus", so Wolfgang Werner.
Einen hohen zusätzlichen Personalbedarf erwarten die Arbeitsmarkt-Experten aber auch im Hotel- und Gastgewerbe. „Auch hier sind Umschulungen geplant." Wenn dann im Lauf der nächsten Monate und Jahre die konkreten Stellenmeldungen der Baufirmen eingehen, würden auch Teilqualifizierungen angeboten werden, zum Beispiel die Hochseetauglichkeitsprüfung. „Wir haben bereits in der Vergangenheit Weiterbildungen mit Dänisch-Sprachanteil gefördert und werden solche Schulungen in den nächsten Jahren verstärkt anbieten", sagt Wolfgang Werner. Man habe in den letzten Monaten auch die bereits seit über zehn Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der dänischen Arbeitsvermittlung verstärkt. Sollte all das nicht ausreichen, um genügend Personal zu finden, könne die überregionale Arbeitsvermittlung einbezogen werden. „Mit unserer Jobbörse können wir auf einen bundesweiten Bewerberpool zugreifen."
„Dass wir, im Gegensatz zu anderen Städten, aus unserem Umland bis nach Mecklenburg hinein so viele qualifizierte Mitarbeiter stellen können, ist ein ganz klarer Pluspunkt für den Erfolg unserer Bewerbung", betont Bernd Saxe. Dazu komme, so Wirtschaftsförderungs-Chef Dirk Gerdes, dass Lübeck über viele geeignete Flächen verfüge, auf die man sofort zugreifen könne. Zudem stünden auf diesen Flächen im Hafen viele Betriebe bereit, die wichtige Produkte für den Bau anfertigen oder weiterverarbeiten könnten. So befindet sich auf dem früheren Metallhüttengelände in Herrenwyk ein Zementwerk, mit dem Anlagenbauer LMG wäre ein Betrieb vor Ort, der die Stahlbearbeitung übernehmen könnte.
Bis Ende des Jahres sollen jetzt die notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen und Lärmschutzgutachten eingeholt werden. Ein ernstes Problem mit der Bewerbung könnte es allenfalls dann noch geben, wenn sich „Femern A/S" entschließen sollte, doch einen Tunnel zu bauen. Dessen bis zu 300 Meter langen Teilstücke müssten mit Schiffen abgeholt werden, die mehr Tiefgang haben. Die 9,75 Meter Wassertiefe in Lübeck reichten dann wohl nicht mehr aus. Außerdem müsste die zusammenhängende Fläche für die Fertigung 100 Hektar groß sein. „Dann stoßen wir an die Grenze", sagt Saxe. Allerdings stünden die Zeichen derzeit klar auf Brückenbau, betont der Bürgermeister. Die endgültige Entscheidung darüber werde in Kürze fallen, „und wer will schon ernsthaft Tausende Autos in einen schmalen, 20 Kilometer langen Tunnel schicken?"
Von Wolfram Hammer
ln-online/lokales vom 21.03.2010 00:00:08
Foto: Das LMG-Gelände: Diese Industriefläche soll im Zuge der Bewerbung für den Bauhafen angeboten werden. Der Anlagenbauer LMG selber könnte möglicherweise Arbeiten für die Brückenteile-Herstellung übernehmen. Foto: Jelonnek
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