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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 30. März 2010 um 00:00 Uhr

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002.autofreiAutofrei: Grönauer Heide wird zum Reiterparadies. Sicher reiten im Naturschutzgebiet: 6500 Euro zahlt das Land für ein Netz aus 2,5 Kilometern Reitwegen in der Grönauer Heide, abseits vom Verkehr. Fünf Jahre mussten die Reiter in Groß Grönau und Umgebung für ein sicheres Reitwegenetz kämpfen. Nach langen Verhandlungen um Nutzungsbedingungen, Haftungsfragen, Trassenführung, Finanzierung und Instandhaltung ist das Ziel erreicht:
Ab sofort ist ein 2,5 Kilometer langes Reitwegenetz zwischen Blankensee und Groß Grönau für sie nutzbar – mitten im Naturschutzgebiet Grönauer Heide. Die Reitwege führen direkt an den bestehenden Rad- und Wanderwegen entlang, parallel zur Landebahn des Flughafens, vorbei an wilden Wäldern. Grüne Schilder weisen die Wege aus, Findlinge grenzen die ein bis eineinhalb Meter breiten Reitwege ab. Das ist nicht viel, aber insbesondere die Mitglieder des Reitvereins sind überglücklich. „Wir wollen nicht nebeneinander galoppieren, sondern autofrei reiten", sagt Andrea Glewe vom Reitverein Groß Grönau. „Dafür mussten wir bisher unsere Pferde auf einen Hänger laden und erstmal locker zehn Kilometer fahren", erzählt Meike Brey, Jugendwartin des Vereins. „Wir sind hier zwischen Flughafen, Bundesstraße und Autobahn eingekachelt. Und als Jugendwartin bin ich natürlich besonders an sicheren Reitwegen interessiert."
Zur Einweihung des neuen Reitwegenetzes gestern machten Sonja Müller (24) und Silvia Oldenburg (40) den Proberitt. Ihre beiden Pferde sind am Ohr markiert: mit einem gelben Nummernschild. Die Marke ist eine Grundbedingung für die Benutzung der Reitwege. Das Streckennetz verläuft in einem Naturschutzgebiet. „Generell darf in freier Landschaft nur auf ausgewiesenen Reitwegen geritten werden", sagt Reinhard Degener vom BUND. Das gelte insbesondere für Naturschutzgebiete. Trotzdem sollte hier die Erholungsnutzung für Reiter möglich gemacht werden. Durch die Nummernschildpflicht können Regelverstöße direkt zum Reiter zurückverfolgt werden.
„Das ist kein Problem für uns", sagt Jürgen Bothmann, Inhaber eines Pensionsstalls. „Im Straßenverkehr muss man sich auch diszipliniert verhalten, sonst wird man fotografiert." In seinem Stall sind knapp 30 Pferde untergebracht. Seine Reiter können zwar schon einen Privatwald nutzen, aber das zusätzliche Angebot freut auch ihn: „Wir leben ja hier auf einer Verkehrsinsel."
Finanziert wird die Anlegung der Reitwege durch Landesmittel: 6500 Euro wurden für die Maßnahmen zur sogenannten Lenkung der Erholungsnutzung im Naturschutzgebiet genehmigt. So wurde in den vergangenen zwei Monaten die Trasse freigelegt, der Munitionsdienst suchte das Gelände ab, der Boden wurde mehrmals umgegraben und Schilder aufgestellt. In Eigenleistung verlegten die Vereinsreiter am Wochenende zwei Lkw-Ladungen voller Findlinge. Die wurden ihnen gespendet.
Die Reiter haben sich auch für die Instandhaltung selbstverpflichtet. „Wir müssen die Bäume über den Wegen regelmäßig zurückschneiden und Steine sammeln", sagt Andrea Glewe. „Wir haben auch schon Arbeitsdienste eingeteilt. Zwei bis drei Mal im Jahr gehen wir die Wege ab. Da wir noch nie Wege besessen haben, müssen wir erst einmal gucken, wie oft wir die Wege neu auflockern müssen." Perfekt ist das Wegenetz trotzdem noch nicht. „Teilweise ist die Strecke noch asphaltiert", so Glewe. Die Asphaltdecke zu entfernen, ist das nächste Ziel der Reiter.
Von Nadine Materne
ln-online/lokales vom 30.03.2010 00:00
Foto:Sonja Müller (24, l.) und Silvia Oldenburg (40) vom Reitverein Groß Grönau testen als erste das neue Reitwegenetz in der Grönauer Heide.
Die Auflagen im Naturschutzgebiet sind streng. Auf ihren Pferden dürfen sie sich nur innerhalb der Findlings-Markierung bewegen. Foto: WOLFGANG MAXWITAT
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