Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Wer ist Online?

Wir haben 48 Gäste online
The next version of Ubuntu is coming soon
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 30. Januar 2009 um 00:00 Uhr

Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

23.ryanairFlughafen Blankensee: Der teure Deal mit Flughafenbetreiber Infratil soll sich für Lübeck lohnen: Die irische Fluggesellschaft Ryanair will mehr Passagiere und neue Linien bringen. Das steht in einer Absichtserklärung.Wechselbad der Gefühle am Airport Blankensee: Erst kündigt der Flughafenbetreiber Infratil an, Ende Januar auszusteigen, weil das  Unternehmen die Verluste nicht mehr tragen will. Dann ringt die Stadt den Neuseeländern den Verbleib bis zum 22. Oktober ab, wenn Lübeck die Verluste übernimmt. Schließlich wartet die irische Airline Ryanair mit der neuen Route nach Mallorca und der Verstärkung der Dublin-Linie auf. Jetzt bekommt alles seinen Sinn. Der Flughafen und Ryanair haben sich auf eine Absichtserklärung geeinigt:

Dieser „letter of intend“ vom 21. Januar verspricht neue Passagiere und Linien.
Bis 2010 soll das Passagier-Aufkommen auf knapp eine Million gesteigert werden – von zuletzt 520 000. In diesem Jahr sollen es bis zu 750 000 werden. So viel hatte Blankensee noch nie. Spitzenjahr mit 711 000 Fluggästen war bislang 2005. Ryanair will bestehende Linien beibehalten, auf geplante Reduzierungen verzichten, frühere Routen wieder aufnehmen und neue Ziele einrichten. Allein Mallorca und die
zusätzlichen Dublin-Flüge bringen nach Auskunft von Flughafen-Geschäftsführer Tom Wilson 130 000 weitere Fluggäste. Außerdem wollen die Iren zusammen mit dem Flughafen an der Einrichtung einer Basis zum Winter 2009 arbeiten. Voraussetzung für den „letter of intend“ war, dass Infratil erst einmal bleibt. Was gut klingt, hat einen Nachteil. Das Ganze ist nur eine Absichtserklärung, bestätigt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Es ist keine verbindliche Zusage.“

Doch beim Thema Flughafen greift die Hansestadt ohnehin nach jedem Strohhalm, der ihr hingehalten wird. Die Bürgerschaft hat mit Stimmen von CDU, SPD, BfL und FDP dem neuen Deal mit Infratil zugestimmt. Obwohl der BfL-Vorsitzende Bruno Böhm vorher öffentlich von Erpressung sprach. Obwohl der SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt sagt: „Wir beschließen das Prinzip Hoffnung. Es ist völlig unklar, wohin die Reise geht.“ Obwohl Grünen-Fraktionschef Bernd Möller ausspricht, was viele Politiker denken: „Der Showdown für den Flughafen wurde auf den 22. Oktober vertagt.“ Die Stadt werde keinen neuen Betreiber finden, und das Land werde gleich gar nicht einsteigen.

Genau das aber haben CDU, SPD, BfL und FDP am Donnerstag beschlossen. „Die Hansestadt erwartet vom Land, alle über den Zehn-Prozent-Anteil der Stadt hinausreichenden notwendigen Finanzmittel sowie Aufwendungen aus eventuellen Belastungen im Zusammenhang mit dem möglichen Rückzug des Investors Infratil zu übernehmen und als Mitgesellschafter einzusteigen“, heißt es im Beschluss. Im Klartext: Wenn Infratil im Oktober geht, soll das Land den Löwenanteil der 23 Millionen Euro tragen, die den Neuseeländern zustehen. Der Landtag hat bislang aber nur ein folgenloses Bekenntnis zum Airport
abgegeben. Bürgermeister Saxe ist in Verhandlungen mit Kiel. Er habe Hoffnung auf eine Vereinbarung mit dem Land, „die der Bedeutung des Flughafens angemessen ist.“

Von Kai Dordowsky
LN vom 30.01.09

Banner