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Geschrieben von: LN Beitrag Sonntag, den 28. März 2010 um 00:00 Uhr

30.jakobikircheEndlich kann die Sanierung starten. Seit über einem halben Jahr ist der marode Dachreiter von St. Jakobi eingerüstet. Jetzt kann die Reparatur beginnen. Das erforderliche Geld ist da. Es gehört schon fast zum Stadtbild wie die sieben Türme: das Gerüst-Ensemble in 60 Metern Höhe auf dem Mittelschiff der Jakobi-Kirche. Seit dem vergangenen Sommer schmückt es Lübecks Seefahrerkirche wie ein Mahnmal. „Wir dachten natürlich, dass es nur ein paar
Monate stehen bleiben wird, weil in dieser Zeitspanne der Dachreiter saniert werden kann", erinnert sich Pastor Lutz Jedeck. Als dann aber das wahre Ausmaß der Ausbesserungsmaßnahme deutlich wurde, war den Verantwortlichen der Schrecken ins Gesicht geschrieben. „Eine Katastrophe", entfuhr es Wolfgang Möller, dem stellvertretenden Leiter des Kirchenbauamtes, beim ersten Ortstermin.
„Ursprünglich waren 100 000 Euro als Finanzbedarf veranschlagt, jetzt steht ein notwendiger Finanzierungsplan über knapp 700 000 Euro", erklärt Liane Kreuzer, die neue Bauchefin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Und liefert damit auch gleich eine Zahl, die den erforderlichen Sanierungsaufwand deutlich macht. „Aus der Distanz lässt sich so etwas eben schwer abschätzen", ergänzt der Jakobi-Pastor, „erst als das Gerüst stand, konnten wir die Zerstörung direkt aus der Nähe erkennen, die die eingedrungene Feuchtigkeit angerichtet hatte." Zur Erklärung: Das filigrane hölzerne Konstrukt, das auf dem Dach von St. Jakobi thront, wurde beim Bau im Jahr 1622 komplett mit Bleiplatten eingefasst, um das Holz vor Nässe zu schützen. Das Blei bekam jedoch mit der Zeit durch Witterungseinflüsse Risse, durch die Wasser eindringen konnte, das Holz gammelte dann als Folge über die Jahrhunderte vor sich hin.
Und dass ein halbes Jahr lang auf dem Kirchendach augenscheinlich nichts passiert sei, habe mehrere Gründe, so der Hinweis von Expertin Liane Kreuzer. „Erstmal mussten wir durch Gutachter den genauen Schadensumfang ermitteln lassen und nach kostengünstigen Lösungswegen suchen", erklärt die gelernte Architektin. Dann habe man die Finanzlücke, die sich durch den erheblichen Mehraufwand plötzlich aufgetan habe, schließen müssen. Vor allem ist mal wieder eine „alte Bekannte" in die Bresche gesprungen, die Gemeinnützige Sparkassenstiftung, die sich auch schon mit einem Batzen Geld an der Sanierung des Kirchturms – Gesamtkosten 1,7 Millionen Euro – beteiligt hatte. „Die restliche halbe Million speist sich aus Finanzmitteln des Kirchenkreises und der Gemeinde sowie aus dem Sieben-Türme-Spendenfonds", ergänzt Lutz Jedeck. Als weitere Ursache für die Verzögerung auf dem Dach nennt der Pastor dann noch den strengen Winter. „Denn eigentlich hätten wir schon im Januar loslegen können."
Nun sind in den nächsten Monaten vor allem Zimmermann und Klempner, die zwei Drittel der Kosten verursachen, gefragt, um alles wieder in Ordnung zu bringen. „Das ist Handarbeit in Reinkultur und erfordert wirkliche Handwerkskunst", erklärt die Kirchenkreis-Bauchefin. Im Herbst, spätestens aber im November soll dann alles fertig sein „und 100 Jahre halten", hofft Lutz Jedeck und blickt dabei gen Himmel.
Von Michael Hollinde
ln-online/lokales vom 28.03.2010 00:00
Foto: Erst als das Gerüst stand, konnte sich Experte Wolfgang Möller, stellvertretender Leiter des Kirchenbauamtes, die Schäden aus der Nähe ansehen. Foto: Tim Jelonnek
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