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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 16. Februar 2010 um 00:00 Uhr

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11.spektakulaere_artistikDer Chinesische Nationalcircus hat die Zuschauer in der MuK begeistert – mit einem bunten und artistischen Spektakel.Minutenlange Einhandstände, meterhohe Pyramiden geformt aus goldfarben gekleideten Artisten, fast unglaubliche Jonglagen, waghalsig gesprungene Salti auf einer schmalen Stange – und alles mit einem Lächeln: Der Chinesische Nationalcircus hat schon nach den ersten Minuten die 1300 Gäste in der Musik- und Kongresshalle in seinen Bann gezogen.
Das philosophische Thema des Abends: Tao, die chinesische Lehre des Weges. Die Kulisse: ein Teehaus. Mehr brauchen die 34 Artisten aus dem Reich der Mitte, die zwischen zwölf und 31 Jahre alt sind, nicht, um das Publikum staunen zu lassen. Den Auftakt macht aber kein Akrobat, sondern ein Clown. „Totti", ein fülliger Mann, bereichert mit seinen lustigen Nummern die Show der Chinesen – die Zuschauer spenden ihm großen Applaus.
Die wirklichen Stars auf der Bühne aber sind die Artisten, die mit ihren gewaltigen Sprüngen durch Reifen oder einer Pyramide auf sechs aufeinandergestapelten Stühlen den Besuchern förmlich den Atem stocken lassen. Kaum zu glauben ist die Präzision einer Künstlerin beim Bogenschießen, die mit Hilfe ihrer Füße schießt, während sie offenbar mühelos auf ihren Händen steht.
Barbara Kellermann ist total begeistert. Bei einer Darbietung hält sie sich vor Spannung beide Hände vor das Gesicht. „Es ist einfach nur faszinierend", sagt die Lübeckerin, die sich als Krankengymnastin frage, wie die zum Teil noch jungen Akrobaten das alles unbeschadet überstünden. Ebenso voller Begeisterung sehen sich Yannik (9) und Papa Christian Gaebel das Spektakel an. „Artistik und Clownerie – eine gelungene Mischung", so Gaebel. Yannik ist auch vom Fach. Den Handstand und das Jonglieren mit vier Bällen hat er schon drauf – und kann sich bei den großen Meistern gar nicht satt sehen.
Ästhetisches Schattenspiel, schnelle Fächertänze, Menschen, die das Gesetz der Schwerkraft scheinbar nicht berührt. Ein junger Artist springt mit Stelzen an den Füßen Salti auf einer Stange. Ein Kind steht wippend balancierend auf einer Rolle und wirft sich Schale für Schale auf seinen Kopf. Und wie es eine zarte Dame schafft, auf den Schultern und nur noch auf dem Kopf ihres Partners Ballett zu tanzen, bleibt ihr Geheimnis.
Zwischendurch lässt auch Clown „Totti" mit einem gekonnten Spagat keinen Zweifel daran, dass auch er seinen Körper (fast) im Griff hat. Allein misslich ist: Er kommt allein nicht mehr hoch und muss unter Gelächter hinausgetragen werden.
Die Show des Chinesischen Nationalcircus bietet eine perfekte Choreografie, schöne Kostüme und – das ist bei Produktionen der Familie Schoregge inzwischen Standard – begleitende Weisheiten aus dem Reich der Mitte: „Auch der größte Baum ist anfangs nur ein kleiner Spross."
Von Rüdiger Jacob
ln-online/lokales vom 16.02.2010 00:00:08
Foto: Präzision zeigen die Akrobaten mit dem Jagdbogen beim Kerzen ausschießen. Für die Chinesen ist der Bogen ein Sinnbild des Geschehens in der Welt. Foto: LUTZ ROESSLER
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