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Geschrieben von: LN Beitrag Sonntag, den 04. April 2010 um 00:00 Uhr

32.miniwackebringt die Wallhalbinsel zum Beben. Rocktower-Festival, das zweite: Metal-Musik ist nicht nur laut, sondern die kernigen Gitarrenriffs transportieren ein Lebensgefühl. Man sieht sie nicht, aber man hört sie gut. Drei Gitarren, ein Schlagzeug, am Mikrofon der blonde Sänger. Die Haare verdecken sein Gesicht, so steht es auch um seine Bandkollegen. Ob die Jungs aus Schweden Schönheiten sind, kann man nicht erkennen.
Aber darauf kommt es beim Heavy Metal auch nicht an. Laut muss es sein, schnell muss es sein – und es muss satter Druck dahinter sein. Schwermetall eben. RAM rockt – es ist Mittag, und in den ersten Reihen vor der Bühne wirbeln die Haare, die Hände recken sich in die Höhe.
Im Foyer der Musik- und Kongresshalle (MuK) dröhnen aus der 60 000-Watt-Anlage die wummernden Bässe. Es regiert die Farbe schwarz. Die 2000 Anhänger der Metalklänge und Hardrockmusik sind bei ihrer Kleiderauswahl eher konservativ – da gibt es kaum Experimente. Nur Tim aus Itzehoe hat sich getraut und einen Schottenrock Marke Eigenbau angezogen. „Der ist schön luftig in der Halle", sagt er. Dazu gibt es das obligatorische T-Shirt in schwarz mit Schriftzug. „Ultimative Rebellion" trägt einer der dunklen Gefährten auf seinem Rücken, andere geben kund, dass sie auf dem größten Metallfestival der Welt waren – im norddeutschen Dorf Wacken. Wieder andere erwarten fieberhaft „Kalmah" aus Finnland oder die „Finntrolls" aus demselben Land – und tragen deshalb die T-Shirts mit Bandnamen auf der Brust.
„Equilibrium" lockt Helge in die Halle. „Endlich gibt es so etwas auch mal in Lübeck", freut sich der 16-jährige Punk auf die Metaller aus München. Sonst muss er für kernige Gitarrenklänge nach Hamburg fahren. Doch nicht nur die Jugend steht auf Heavy Metal, auch eine Generation früher ist mit dieser Musik samt Weltanschauung verwoben. „Die 68er hatten ihr Lebensgefühl – und wir haben unser Lebensgefühl", sagt Wolle. „Das Leben ist hart, deshalb muss die Musik auch hart sein." Und laut. „Das ist ganz wichtig." Der 54-Jährige hat seine Freunde aus Winsen Luhe nach Lübeck geschleppt – und war schon 2009 dabei als das Rocktower-Festival Premiere hatte. „Da hab' ich gesagt: Das muss unbedingt wiederholt werden", gibt der eingefleischte Rock-Fan zum Besten.
Von der Bühne hört man: „Heavy Metal hat eine politische Botschaft: Ihr seid alle Individuen", schreit der Schwede ins Mikrofon. „Dir kann keiner sagen, was du tun sollst." Anders sein, individuell sein – auf gar keinen Fall mit der Masse gehen. Wer auf Heavy Metal steht, steht auf Eigenständigkeit.
Auch ein paar 100 Meter weiter im Treibsand des Kultur- und Jugendzentrums Alternative. Der Raum ist dunkel und im Vergleich zum MuK-Foyer richtig lauschig und intim. Auf der Bühne die einheimischen „Cursed Anguish". Zum ersten Mal machen MuK und Treibsand gemeinsame Sache. Und das verleiht dem zweiten Rocktower-Festivals einen ganz eigenen Reiz. Jetzt passen in 14 Stunden Musik nicht nur satte 20 Bands aus Deutschland und der Welt hinein – sondern die Festivalfreaks können zwischen zwei sehr unterschiedlichen Orten wechseln. Graffiti-besprüht, selbstgemacht und klein im Treibsand – schwarz verkleidet, professionell und groß in der MuK.
Dazwischen pilgern die Metaljünger und können ihre Bands beim Ausladen der Tourbusse beobachten. Noch sind Musiker und Fans auf dem Festival ganz nah beieinander. Doch wenn sich der Ostersonnabend in Lübeck erst einmal in den Kalendern der Mettalfreunde eingeprägt hat, wird das Event immer größer werden. Wolle hätte nichts dagegen: „Vielleicht wird Lübeck ja ein kleines Wacken zwei."
Von Josephine von Zastrow
Ln-online/lokales vom 04.04.2010 09:45
Foto:Hart, laut, Schwermetall: Die schwedische Band RAM ist bekannt für Power-Metal – und zeigt das auch in Lübeck. Fotos zum Weiterklicken: WOLFGANG MAXWITAT
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