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Geschrieben von: LN Beitrag Sonntag, den 04. April 2010 um 00:00 Uhr

34.tierparkBesuch bei „Blondie" und „Tiger". Nach dem langen Winter hat der Tierpark in Israelsdorf nun wieder täglich geöffnet. Noch bis Ende 2011 warten rund 100 Tiere auf Besuch; dann müssen sie umziehen.
Tierpark Lübeck: Täglich geöffnet. Wenn er durch den lübschen Tierpark wandert, ist Günther Lehmensiek (65) glücklich. 100 Tiere leben auf dem Gelände in Israelsdorf, für das Lehmensiek zusammen mit seiner Frau Waltraud (75) verantwortlich zeichnet
– der Zoo-Betreiber kennt sie alle, liebt sie alle und hat zu jedem einzelnen von ihnen eine ganz besondere Beziehung. Dass die Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, ist offensichtlich: Als die Bewohner das bekannte Gesicht sehen und die vertraute Stimme hören, kommt Bewegung in die Gehege; zur Begrüßung wird an den Zaun getrabt, zufrieden geschnaubt oder aufgeregt mit den Flügeln geschlagen.
„Blondie!" Ein Ruf genügt und schon kommt das Hausschwein gemütlich zu seinem „Herrchen" marschiert, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Für die kleine Eselschar ein paar Gehege weiter gibt es sogar mehr als das: Lehmensiek verwöhnt die sechs treuen Lastenträger mit Karotten, woraufhin sie ihm selbst dann noch erwartungsvoll den Zaun entlang folgen, als der nette Herr mit dem Futter sich längst wieder im Weggehen befindet.
„Tiger" kommt schon angelaufen, bevor Lehmensiek auch nur den Mund aufmacht: Das Pony ist nicht scharf auf Leckerlis; es will lieber schmusen. „Wir kennen uns schon sehr lange", sagt Lehmensiek mit einem liebevollen Blick in Richtung der „alten Dame", der er seit 34 Jahren ein Zuhause gibt. „Als sie zu uns kam, war sie zwei."
Als ihm bei diesen Worten bewusst wird, dass er sich in absehbarer Zeit von dem geliebten Tier wird trennen müssen, muss Lehmensiek sichtbar schlucken. „Dann müssen wir für alle Tiere ein schönes neues Zuhause suchen, bei Zoos und privaten Tierliebhabern", blickt der Tierpark-Betreiber in die Zukunft. Denn Ende 2009 beschloss die Bürgerschaft, den lübschen Tierpark abzuwickeln. Damit ist nun auch die Idee eines Hanse-Zoos endgültig vom Tisch, für die sich zeitweise ein Investor begeistert hatte – er wollte den Lehmensieks nachfolgen, wenn diese Ende 2011 in den Ruhestand gehen.
Diese Idee ist nun Geschichte, in knapp zwei Jahren kommt definitiv das Aus für den Tierpark – „doch bis dahin sind wir noch da", betont Lehmensiek, dass der Tierpark in dieser und der nächsten Saison geöffnet bleibt, „das wissen viele gar nicht". Bis dahin wird der Tierliebhaber weiterhin mehrmals am Tag seine Runde drehen, um seine Schützlinge zu versorgen: mit Futter und Liebkosungen.
„Die Arbeit mit den Tieren macht mir nach wie vor unheimlich viel Spaß", sagt Lehmensiek, „das ist das, was mich aufrecht hält." Denn die nervliche Belastung des ganzen Drumherums wie Organisation und bürokratischer Aufwand sei schon enorm. Doch als er vor seinen beiden Lieblingen „Konda" und „Bimbo" steht, sind die anstrengenden Seiten vergessen: Beim Anblick der beiden Schimpansen geht Lehmensiek das Herz auf.
„Sich von ihnen zu trennen, wird mir mit am schwersten fallen", sagt er, „aber ich habe kein Grundstück, auf dem ich ihnen ein schönes Zuhause herrichten könnte." Am liebsten würde er sie alle behalten, sagt Lehmensiek seufzend, als er auf all seine tierischen Freunde um sich herum blickt, und ihm ist anzusehen,
dass es ihm fast das Herz zerreißt. Doch dann schiebt er den traurigen Gedanken an den Abschied mit einer energischen Handbewegung beiseite und setzt seinen Weg fort – mit einem Lächeln. Denn wenn er durch den lübschen Tierpark wandert, ist Günther Lehmensiek glücklich.

Weitere Infos im Internet unter http://www.tierpark-luebeck.de [externer Link] oder telefonisch unter der Rufnummer 04 51/ 39 31 05.

Von Jennifer Binder
LN-online/lokales vom 04.04.2010 00:00
Foto: Ob Esel, Ziegen oder Ponys – Günther Lehmensiek (65), Betreiber des Tierparks in Israelsdorf, kennt und liebt all seine Schützlinge. Foto: LUTZ ROESSLER
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