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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 09. April 2010 um 00:00 Uhr

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36.britenDie 100 Mitarbeiter von Eska schöpfen wieder Hoffnung: Die britische Firma Summit Medical steigt in Lübeck ein. Es war eine Rettung in letzter Minute: Am 31. März hat Frank Collins, Chef der britischen Firmengruppe Summit Medical, den Kaufvertrag für das insolvente Lübecker Unternehmen Eska Implants unterzeichnet. Nur einen Tag später, am 1. April, hätte Insolvenzverwalter Klaus Pannen die Abwicklung des Spezialisten für künstliche Hüft- und Knieprothesen einleiten müssen. Damit wäre das Ende der 1974 von Hans Grundei gegründeten Hightech-Schmiede besiegelt gewesen. Durch den Einstieg der Briten konnten immerhin 100 der einst 170 Arbeitsplätze erhalten werden. „Wir wollen den Standort Lübeck sichern und ausbauen. Unser Engagement ist langfristig angelegt" , sagt Collins.
Darauf vertrauen die Mitarbeiter. Fräser Willy Lange ist seit zwölf Jahren im Unternehmen. „Wir hoffen, dass die Zukunft unser Jobs nun gesichert ist", sagt der 51-Jährige. Auch sein Kollege Norbert Lohrke ist sehr erleichtert darüber, dass die Hängepartie seit dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens Ende Januar 2009 schnell beendet werden konnte.
Nach dem Einstieg der Briten kann das Lübecker Unternehmen, das jetzt nicht mehr Eska Implants sondern Eska Orthodynamics heißt, neu durchstarten. Durch die Insolvenz hat sich Eska von finanziellen Altlasten befreit. Doch bleiben auch 70 Mitarbeiter auf der Strecke, die nicht übernommen wurden und nun zum größten Teil in eine Transfergesellschaft wechseln.
Collins bedauert das. Aber er schaut jetzt nach vorn. „Eska hat exzellente Produkte, was auch dem früheren Eigentümer Hans Grundei zu verdanken ist, sowie eine hochqualifizierte Belegschaft", sagt Collins. Technologisches Juwel der Lübecker sind Prothesen mit einer dreidimensionalen Gitterstruktur, die der schwammartigen Knochensubstanz nahe kommt. Summit Medical hat seinen Sitz in Bourton on the Water in Gloucestershire und setzt mit 150 Mitarbeitern 25 Millionen Euro um.
Eska Implants kam 2009 mit 170 Mitarbeitern auf 14 Millionen Euro Umsatz. Im Produktionsprogramm von Summit Medical finden sich auch - wie bei Eska – künstliche Hüft- und Kniegelenke.
Aber: „Summit Medical und Eska konkurrieren nicht auf den selben Märkten", sagt Collins. Und vom weltweiten Vertriebsnetz in 34 Ländern solle künftig auch Eska, das bisher überwiegend in Deutschland Umsätze tätigt, durch zusätzliche Aufträge profitieren.
Von Gerhard Krüger
ln-online/lokales vom 09.04.2010 00:00
Foto: Dreher Norbert Lohrke (48, l.) und Summit-Medical-Chef Frank Collins (54) nehmen eine Hüftprothese in Augenschein. Collins ist von der Qualität der Lübecker Produkte und dem Know-how der Mitarbeiter beeindruckt. Foto: TIM JELONNEK
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