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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 09. April 2010 um 00:00 Uhr

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41.risikoDer Flughafen ist das Thema Nummer eins in der Stadt. Der designierte Wirtschafts- Senator Sven Schindler (SPD) sieht den Airport kritischer als sein Vorgänger.
Kaum ein Thema ist in dieser Stadt derzeit so heiß diskutiert wie der Flughafen. Sven Schindler (SPD) ist der frisch gewählte Wirtschaftssenator – und er tritt seinen neuen Job in einer Zeit an, in der die Zukunft des Airports auf der Kippe steht. Am 25. April ist Bürgerentscheid – entweder muss Schindler Blankensee dann abwickeln oder einen Investor für den Flughafen suchen. Was er lieber machen würde, lässt er offen. Aber: Schindler sieht den Flughafen im Süden Lübecks wesentlich kritischer als sein Vorgänger Wolfgang Halbedel, der ein ausgewiesener Kämpfer für den Flughafen war.
„Das Risiko ist groß, Geld im Flughafen zu versenken, das Lübeck nicht hat", sagt Schindler. Er sieht das Land in der Pflicht, finanziell mit einzusteigen – nicht nur, was die Investitionen angeht.
„Der Flughafen ist keine kommunale Aufgabe. 89 Prozent der Passagiere kommen aus der Region oder aus Schleswig-Holstein." Ohne das Land oder ohne einen Investor sei der Flughafen eine „Herkules-Aufgabe, die Lübeck nicht schaffen kann".
Sollte der Bürgerentscheid am 25. April dennoch pro Flughafen ausgehen, muss die Bürgerschaft im Mai Geld in den Haushalt einstellen. „Aber wie viel?", fragt Schindler. Sind es 15 Millionen Euro, die bis 2012 investiert werden müssen? Oder muss Lübeck gar 67 Millionen Euro bereitstellen? So viel würde der Vollausbau kosten. Welche Summe würde vor dem Oberverwaltungsgericht ins Schleswig standhalten, damit die Richter überzeugt sind, dass die Hansestadt den Airport wirklich will? „Das müssen Juristen und das Land ganz genau untersuchen", erklärt Schindler. Er warnt: „Da dürfen wir keinen Fehler machen."
Schindler geht davon aus, dass die Zahlen in dem neuen Take-Off-Konzept II stimmen, das der Airport-Chef Mitte März vorgelegt hat. „Erstmals kommen die Zahlen der Realität sehr nahe", sagt Schindler. Allerdings bewertet er die Förderzusagen des Landes deutlich kritischer. „Es werden nur sicherheitsrelevante Dinge gefördert", so Schindler. Nicht alle Maßnahmen, die in dem Konzept als förderwürdig eingestuft werden, würden in diese Kategorie fallen. Deshalb geht er davon aus – anderes als das Take-off-Konzept – dass die Stadt auf mehr Kosten sitzen bleibt. Im Konzept wird davon ausgegangen, dass Lübeck bis 2012 von 15 Millionen Euro Investitionskosten sieben Millionen Euro zahlen muss, da das Land 75 Prozent fördert. Schindler glaubt, dass es mehr sein wird. Außerdem könnten Kosten einer neuen Investorensuche auf Lübeck zukommen. „Es muss geklärt werden, ob wir noch einmal neu ausschreiben müssen", erklärt Schindler.
Geht der Bürgerentscheid in die andere Richtung – und die Lübecker entscheiden sich am 25. April gegen den Airport, muss Schindler ihn abwickeln. Er geht von 23 Millionen Euro aus, die die Stadt dafür zahlen muss. „Aber man muss auch gegenrechnen, dass die Stadt mit dem Gelände Geld einnehmen kann", so Schindler. Ein Gewerbegebiet oder einen Solarpark könne er sich dort vorstellen. „Denn Lübeck hat Schwierigkeiten, woanders solche Flächen auszuweisen", so Schindler. Würde man 100 Hektar als Gewerbegebiet verkaufen, dann blieben nach dem Abzug der Erschließungskosten rund zehn Millionen Euro übrig. Schindler: „Die muss man fairerweise auch einrechnen." Dass der Hansestadt durch den Wegfall des Airports Einnahmen im Tourismus verloren gehen, bewertet er nicht so dramatisch. „Wenn man die Kosten dagegen rechnet, dann ist das verschwindend gering." Außerdem würde auch eine andere Nutzung des Airport-Geländes der Hansestadt Geld in die Kasse bringen.
Von Josephine von Zastrow
ln-online/lokales vom 09.04.2010 00:00
Foto:Sven Schindler (SPD) in der Bürgerschaft. Der designierte Wirtschaftssenator saß früher auch im Aufsichtsrat des Flughafens. Foto: WOLFGANG MAXWITAT
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