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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 06. April 2010 um 00:00 Uhr

36.herrentunnelWeniger Autos, aber das Defizit schmilzt. Lübeck - Der Herrentunnel fährt auch im dritten Jahr in Folge ein Millionen-Defizit ein: 1,6 Millionen Euro Miese hat die GmbH 2008 gemacht. Aber die Aussichten sind gut. Der Herrentunnel verdient kein Geld: Auch im dritten Jahr nach der Eröffnung schreibt die Betreibergesellschaft weiter rote Zahlen. Satte 1,59 Millionen Euro Miese hat die Herrentunnel GmbH 2008 eingefahren.
Nach 2006 (minus 2,3 Millionen Euro) und 2007 (minus 4,2 Millionen Euro) verbessert die GmbH damit zwar erstmals ihr Ergebnis – kommt aber dennoch nicht in die Gewinnzone. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Verbesserung um 2,5 Millionen Euro. Die hat aber nicht die Herrentunnel GmbH zu verantworten, sondern sie geht zurück auf eine Einmalzahlung in 2007. Die GmbH musste 2,3 Millionen Euro Mehrwertsteuer an das Bundesfinanzministerium leisten.
In 2008 hingegen hatte der Herrentunnel die Eröffnung der Nordtangente zu verkraften, die am 9. März freigegeben wurde. Durch die neue Querung ist der Verkehr im Herrentunnel um ganze 13,1 Prozent eingebrochen. Das ist zwar viel, aber nicht so viel wie erwartet. Experten hatten mit einem Rückgang von 15 Prozent gerechnet. Seit es die Nordtangente gibt, rollen an Werktagen durchschnittlich 19 000 Wagen durch die Röhren, die Kücknitz und Travemünde mit Lübeck verbinden. An richtig schlechten Wochenendtagen sind es aber auch nur 11 000.
Weniger Autos, höhere Maut: Mit dieser Gleichung hat die Herrentunnel GmbH einen desaströsen Absturz der Einnahmen verhindert. Zum 1. Januar 2008 stieg die Maut von 1,10 Euro pro Auto und Durchfahrt auf 1,20 Euro. Laut Lagebericht der Bilanz hat die Maut im Jahr 2008 insgesamt 7,4 Millionen Euro in die Kasse gespült, im Vorjahr waren es noch 8,7 Millionen Euro. „Die Entscheidung zur Mauteinnahme wurde somit bestätigt", heißt es zur Finanzlage. Außerdem hat die Betreibergesellschaft erneut die Anzahl ihrer Mitarbeiter reduziert. Waren 2006 noch 33 Leute beschäftigt, waren es 2007 nur noch 30, 2008 dann 28.
Was die Herrentunnelgesellschaft weiterhin drückt, ist die jährliche Zinslast. 2008 musste sie knapp 3,6 Millionen Euro an die Banken überweisen für ausstehende 53 Millionen Euro an Krediten. Zwar ist die Gesellschaft laut Bericht bilanziell überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig. Da bis 2035 weiter Mauteinnahmen in die Kasse fließen werden, besteht weiterhin eine „positive Fortbestehensprognose" für die Herrentunnel GmbH. „Das Projekt Herrentunnel trägt sich, ist überlebensfähig und nicht insolvenzgefährdet", kommentiert Tunnel-Chef Peter Bartsch.
Die Aussichten für die GmbH sind trotz der neuen Verluste gut. Eine erneute Mauterhöhung wird weiter Geld in die Kasse spülen. Zum 1. Januar Anfang dieses Jahres wurde die Maut wieder erhöht – es ist die vierte Preissteigerung seit der Eröffnung am 26. August 2005. Jetzt kostet die Passage 1,30 Euro pro Wagen. Frühestens 2012 soll die Maut erneut erhöht werden, so Bartsch.
Zudem hat die Herrentunnel GmbH gegen die Stadt und den Stadtverkehr einen Sieg vor Gericht eingefahren – mit erheblichen finanziellen Auswirkungen. Ende 2009 wurde endgültig entschieden, dass die öffentlichen Busse für ihre Fahrt durch den Tunnel Maut zahlen müssen. Das bedeutet für die Herrentunnel GmbH jetzt jährliche Mehreinnahmen von 350 000 Euro. Allerdings beurteilt Bartsch die Lage noch zurückhaltend: „Es gibt aber noch keine endgültige Einigung bei dem Thema."
Denn Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hatte angekündigt, die Herrentunnel GmbH notfalls verklagen zu wollen. Aus seiner Sicht hat die Stadt der GmbH bereits elf Millionen Euro im Voraus an Maut für die Busse gezahlt – und die will er jetzt zurückhaben. Ende des Monats soll es dazu Gespräche geben. Georg Sewe, Sprecher der Maut-Gegner: „Die Stadt muss das Geld zurückholen."
Von Josephine von Zastrow
Ln-online/lokales vom 07.04.2010 08:45
Das Geschäft mit der Herrentunnel-Maut ist wetterabhängig: Scheint die Sonne, fahren viele Autos durch die Maut-Station; ist das Wetter mies, dann ist nichts los. Im Durchschnitt rauschen 19 000 Wagen am Tag durch die unterirdische Röhren – prognostiziert waren mal 37 000. Foto: ROESSLER
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