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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 08. April 2010 um 00:00 Uhr

38.b207neuNeue B 207 in Lübeck sackt ab. Kuriose Straßenbaupanne: Die neue B 207 im Süden Lübecks ist erst zweieinhalb Jahre alt – und muss jetzt schon zum zweiten Mal nachgebessert werden. Der Grund: Ein Teil der auf Styropor gebauten Fahrbahn sackt ab, dort haben sich bereits Bodenwellen gebildet. Wellen und Risse: Droht jetzt eine Sperrung der B 207?
„Uns ist das Problem bekannt", sagt Jens Sommerburg, Chef des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Lübeck. Schon im Herbst habe man Dellen in der Fahrbahn mit Asphalt auffüllen müssen, jetzt müssten die Bauarbeiter erneut anrücken und wieder ausbessern. Bis 2012 gibt es Gewährleistung auf die Straße. Wer für den Schaden aufkommt – ob Baufirma oder Land –, müsse erst geklärt werden, erklärt Sommerburg.
Der Grund für das Absacken: Dieser Teil der neuen Bundesstraße ist auf Styropor gebaut, weil sie über extrem sumpfigen Boden führt. Das 220 Meter lange Stück liegt zwischen dem Baugebiet Bornkamp und dem Flughafen – und bereitete den Arbeitern schon während der Bauzeit Kopfschmerzen. Fast 20 Meter tief reicht dort das Moor in den Untergrund. Der Landesbetrieb für Straßenbau entschied sich, einen Teil des Bodens auszutauschen und mit 5000 riesigen, aber sehr leichten Styropor-Quadern aufzufüllen. „Das schwimmende Stück Bundesstraße" nannte der damalige Chef des Landesbetriebs diesen Abschnitt.
„Das ist ein bewährtes Verfahren", sagt Experte Henning Jagau von der Forschungsgesellschaft für Straßenbau und Verkehrswesen. In Skandinavien, aber auch in Deutschland werde es seit fast 30 Jahren angewandt. So seien auch Teile der Autobahn zwischen Leer und Emden gebaut worden. „Die Methode ist nicht zu bemängeln", verteidigt auch Sommerburg die Bauweise. Rund 400 000 bis 500 000 Euro habe das Teilstück aus Styropor gekostet. „Eine Brücke an dieser Stelle wäre mit 1,5 Millionen Euro wesentlich teurer gewesen", sagt Sommerburg.
Anders sehen es Lübecker Politiker. „Das Absacken war abzusehen", meint SPD-Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell. Christopher Lötsch, CDU-Baufachmann, fragt sich, „ob diese oberflächliche Asphaltsanierung" auf Dauer ausreichend sei. Pluschkell: „Das Land muss sich darum kümmern." Es dürfe auf keinen Fall „zu einer Sperrung wegen einer Komplettsanierung kommen". Denn täglich rollen fast 13 000 Autos über die B 207.
Von Josephine von Zastrow
ln-online/lokales vom 08.04.2010 06:00
Fotos: Sieht aus wie Schnee, ist aber Styropor: Im Sommer 2007 haben Bauarbeiter 5000 Styropor-Quader verlegt, damit darüber die neue B 207 gebaut werden kann. Foto: HOLGER KRÖGER
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