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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 09. April 2010 um 00:00 Uhr

40.wellen_b207Droht jetzt eine Sperrung der B 207? Lange hat Lübeck auf die B 207 neu gewartet. Denn sie soll die Ratzeburger Allee vom Verkehr entlasten. Doch das neue Bauwerk hat schon die ersten Risse. Wer vom Süden in die Stadt über die B 207 neu fährt, sieht bereits die Türme der Altstadtkirchen. Es ist eine schnurgerade 5,5 Kilometer lange Straße mit schönem Ausblick geworden. Aber sie hat Dellen.
Dabei ist sie erst zweieinhalb Jahre alt. An der Stelle, an der die Straße auf Styropor gebaut wurde, gibt es Bodenwellen. Dort führt die Bundesstraße über ein Moorloch – kurz vor dem Hochschulstadtteil. Auch die Betonmauern an den beiden Straßenrändern weisen Risse auf. Im Herbst haben Bauarbeiter die Straße mit Asphalt ausgebessert, jetzt rücken sie wieder an.
„Wir beobachten das", sagt Jens Sommerburg, Chef des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Lübeck. Alternativ hätte er damals dort eine Brücke bauen können – die aber drei Mal so teuer geworden wäre. Außerdem hätte man das gesamte Moor ausbaggern können, dadurch hätte es aber Probleme mit den Bahngleisen gegeben. Die laufen parallel zur Straße. „Die Statik der Trasse wäre gefährdet gewesen", so Sommerburg. Aus Zeit- und Kostengründen blieb dem Bauherrn nichts anderes übrig, als die B 207 neu auf Styropor zu bauen – und nun für ein paar tausend Euro nachzubessern.
„Dass das Absacken so schnell geht, hätte ich nicht gedacht", sagt CDU-Fraktionschef Andreas Zander. Allerdings ist es für ihn keine Überraschung, dass es bereits Wellen in der Bundesstraße gibt. „Das war doch vorher bekannt, dennoch ist es unerfreulich." SPD-Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell warnt vor größeren Schwierigkeiten: „Es darf auf keinen Fall passieren, dass die B 207 neu wegen einer Komplettsanierung gesperrt werden muss." Man wolle den Verkehr nicht wieder in der Ratzeburger Allee haben. Denn dass dort weniger Autos entlang rollen, darauf hat man lange gewartet.
Und die B 207 neu entlastet die Ratzeburger Allee auch – auch wenn sich dort die Wagen in den Hauptverkehrszeiten immer noch stauen. Die Anzahl der Autos hat seit der Eröffnung der B 207 neu im Dezember 2007 abgenommen. Fuhren dort zu diesem Zeitpunkt noch jeden Tag 23 000 Wagen entlang, davon fast 1000 Lastwagen, sind es jetzt fast 4000 Wagen weniger. Im Durchschnitt nutzen derzeit täglich 19 050 Wagen die Ratzeburger Allee, davon 870 Lastwagen. Dass der Anteil der großen Fahrzeuge immer noch hoch ist, liege an den vielen Buslinien, die dort entlang fahren, erklärt Verkehrsplaner Helmut Schünemann.
Er ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Das haben wir erwartet." Auf der B 207 neu rauschen jetzt täglich fast 13 000 Wagen entlang, davon 580 Lastwagen. Vorher – als die B 207 neu nur zum Hochschulstadtteil führte – waren es 9600. Für Schünemann ein klarer Fall: Die 3000 bis 4000 zusätzlichen Autos auf der neuen Bundesstraße kommen eindeutig von der Ratzeburger Allee, auf der diese jetzt nicht mehr fahren.
Schünemann rechnet aber damit, dass die Anzahl der Autos in der Ratzeburger Allee weiter schrumpft – wenn die B 207 neu auch in der anderen Richtung zwischen A 20 und Pogeez fertig ist. Er hofft, den Fußgängern dann in der Ratzeburger Allee mehr Komfort durch eine bessere Ampelschaltung und den Bussen eine bevorzugte Fahrt bieten zu können.
Doch bis es soweit ist, wird es dauern. Denn während auf der B 207 neu die ersten Dellen schon wieder ausgebessert werden, ist sie am anderen Ende noch gar nicht fertig. Es gibt Zoff mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg um Torf. Satte 100 000 Tonnen verzögern den Weiterbau, sie liegen im Weg und müssen ausgetauscht werden. Doch der Ausgang des Streits ist ungewiss. Eigentlich sollte bis Ende 2011 alles fertig sein – der Termin ist nicht zu halten und ein neuer steht nicht fest.
Von Josephine von Zastrow
Ln-online/lokales vom 08.04.2010 00:00:08
Foto: Bodenwellen in der Bundesstraße: Vor der La-Rochelle-Brücke ist es hubbelig, besonders gut ist das am Straßenrand zu sehen. Auch die Betonmauer weist bereits Risse
auf (kleines Bild). Dieser Abschnitt ist auf Styropor gebaut, weil der Untergrund extrem sumpfig ist. Foto: HOLGER KRÖGER
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