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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 08. April 2010 um 00:00 Uhr

41.altstadtfestEs ist das Sorgenkind unter den Lübecker Großveranstaltungen. Jetzt hat sich die Stadt auch für dieses Jahr auf altbekannte Betreiber geeinigt. Das Lübecker Altstadtfest (10. bis 12. September) ist fest in lübscher Hand. Zum vierten Mal nacheinander wurden die Schausteller mit der Ausrichtung beauftragt. Im Gegensatz zu früher gab es diesmal auch keine Konkurrenz von außerhalb. Holger Bock, Vorsitzender der Schausteller,
kündigt ein Fest „ähnlich wie 2008" an. Event-Profis sehen das Traditionsfest in schwierigem Fahrwasser.
Die Bürgerschaft hat einstimmig die Bietergemeinschaft aus EPM Concept GmbH aus Bad Oldesloe, der Lübecker Veranstaltungs GmbH sowie der Firma Freitag mit der Ausrichtung des dreitägigen Spektakels betraut. Sie hatte aber auch keine Wahl. Die Ausschreibung des Festes in diversen Fachblättern erbrachte eine Interessenbekundung, die aber nicht die Auflagen der Hansestadt erfüllte, und eben die Bewerbung der lübschen Veranstalter. Fazit der Verwaltung: „Offensichtlich besteht bei anderen Firmen kein Interesse daran, den Auftrag zu übernehmen." Das war vor fünf Jahren noch anders. Damals wollten Agenturen aus Kassel, Berlin und Regensburg das Traditionsfest übernehmen.
Solche Großveranstaltungen seien immer schwerer zu refinanzieren, erklärt der Hamburger Event-Profi Uwe Bergmann, der sich vor zwei Jahren an der Ausschreibung beteiligte. Es gebe hohe Anforderungen an Infrastruktur und die Sicherheit. Zugleich seien die Ansprüche des Publikums gewachsen und die Sponsoren kämen nicht ausreichend zur Geltung, sagt Bergmann, der sehr erfolgreich das Duckstein-Festival ausrichtet und das Landprogramm der Travemünder Woche bestreitet. „Eine wunderschöne Altstadt reicht nicht, um bundesweit Bewerber zu mobilisieren", berichtet Matthias Graf, der mit seinem „Team 412" seit 1998 in Lübeck dabei ist. Die Schere zwischen den Ansprüchen des Publikums und der Refinanzierbarkeit klaffe immer stärker auseinander, so Graf.
„Wir waren die Einzigen, die der Verwaltung ein Konzept präsentiert haben", bestätigt Schausteller Bock. Die Verwaltung spricht von einem „ausgewogenen Programm für ein breites Publikum". Wie schon 2008 lautet das Motto „Typisch Lübeck". Vereinen und Verbänden wird auf dem Marienkirchhof Platz für die Selbstdarstellung geboten. Der mittlerweile zu den Klassikern zählende Mittelaltermarkt von Frank Peschlow soll auf dem Koberg stattfinden. Präsentiert werden historisches Handwerk, mittelalterlicher Schabernack, Musik von Barden und Fleisch vom Elch.
Auf der Breiten Straße tummeln sich Musiker und Kleinkünstler. Als Highlight bezeichnen die Veranstalter die Irish-Folk-Corner mit täglich wechselnden Musikern. Auf dem Markt steht erneut die Hauptbühne, die von Radiosendern betrieben wird und mit Live-Bands, Comedians und bekannten Radio-Moderatoren lockt. Die Beckergrube steht dem musikalischen Nachwuchs zur Verfügung, und der Schrangen ist erneut die Party-Meile. „Wir wollen außerdem das Theater wieder mit dem Schwof im Hof ins Boot holen", sagt Veranstalter Dirk Freitag.
Seit einigen Jahren sucht die Stadt bundesweit nach Ausrichtern, die sie von allen Kosten freihalten. Hintergrund: 2002 musste Lübeck kräftig zubuttern. Seit die Schausteller das Fest organisieren, fällt die Partymeile bescheidener aus. Vor zwei Jahren hatten die Ausrichter Pech mit dem Wetter. Trotz solcher Rückschläge halten die Schausteller dem Fest die Stange. Grund, so Vorsitzender Holger Bock: „Das Lübecker Altstadtfest ist die Mutter aller Altstadtfeste in Schleswig-Holstein."
Von Kai Dordowsky
ln-online/lokales vom 08.04.2010 00:00
Foto: Live-Musik und – wie hier – das Heiligen-Geist-Hospital als Hintergrund: typisch fürs Altstadtfest. *Foto: WOLFGANG MAXWITAT
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