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Geschrieben von: ln Samstag, den 10. April 2010 um 00:00 Uhr

43.parkplatznotAuf deutschen Rastplätzen fehlen 14 000 Parkflächen für Lkw. Im Norden ist es an der A 1 in Buddikate besonders eng. Kiel sucht Lösungen.Für Fernfahrer gleicht es einem Lotteriespiel: Auf der wichtigen Transportroute gen Norden steuern sie meist den Rastplatz Buddikate (bei Bargteheide) an der Autobahn 1 an, um Lenk- und Ruhezeiten einhalten zu können. Häufig setzen sie vergeblich den Blinker.
Nur selten gelingt es hier, einen Stellplatz zu ergattern. Speziell Schwerlasttransporte, die Teile für Windkraftanlagen transportieren und nur nachts fahren dürfen, blockieren die Anlage. Dann heißt es weiterfahren – in der Hoffnung, weiter nördlich in Reinfeld, Lübeck oder Neustadt einen Parkplatz zum Pausieren zu finden.
Auf den übrigen Autobahnen im Norden ist die Situation ähnlich prekär. Auch auf der A 24 und der A 7 gibt es immer häufiger überfüllte Parkplätze. Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen fehlten 14 000 Stellplätze auf Rastanlagen und Autohöfen – und das obwohl die Zahl der Stellplätze seit März 2008 bereits von 28 500 auf 31 500 erhöht worden ist. Der Automobilclub ADAC und der Verband Güterkraftverkehr und Logistik sprechen allein in Schleswig-Holstein von einem Defizit von 1000 Stellflächen. „Der Güter- und Warenverkehr auf der Straße hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen", sagt Thomas Rackow, Landesgeschäftsführer des Speditionsverbandes. Trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise würden Firmen und Unternehmen stetig weniger Geld für die Lagerung von Waren ausgeben, ihre Produkte stattdessen „ad hoc" via Lastwagen auf den Weg zu den Kunden bringen.
Das hat Konsequenzen: Je mehr Laster unterwegs sind, umso mehr Fahrer müssen auch pausieren. Nur dafür mangelt es an notwendiger Infrastruktur, die Gespanne abzustellen.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die Situation jetzt entschärfen. Bis 2012 sollen nicht nur 8000 zusätzliche Stellflächen an Autobahnen entstehen. Gezielt will der Bund bei Privatanbietern werben, auch abseits großer Rastanlagen Flächen für Lkw zur Verfügung zu stellen. Zudem könnten private Unternehmen dort die sanitäre Anlagen und gastronomische Angebote bereitstellen. Das Kieler Verkehrsministerium geht noch weiter und fordert, die Ansiedlung von Autohöfen im Norden politisch zu forcieren und zu fördern. Überdies starten in Schleswig-Holstein gleich zwei bundesweite Pilotprojekte, die das Platzproblem lösen sollen.
Der Geschäftsführer des Verbandes Güterkraftverkehr und Logistik in Neumünster lobt die Ambitionen des Landes. Zusätzliche Stellflächen und ein spezielles Parkplatz-Leitsystem für den Schwerlastverkehr, wie sie von Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) geplant sind, seien sinnvoll. „Regelmäßig gibt es zum Teil äußerst missliche Situationen, wenn die Polizei oder das Bundesamt für Güterkraftverkehr Kontrollen durchführt und Lkw-Fahrer in Bredouille bringen, weil sie gegen Lenk- und Ruhezeiten verstoßen haben", sagt Rackow. Immer wieder seien Platzprobleme auf Rastplätzen dafür verantwortlich. „Wer pausieren muss, aber keinen Stellplatz findet, der muss weiterfahren. Wer dann kontrolliert wird, dem drohen empfindliche Strafen der Behörden", erklärt der Verbands-Chef. Um diese Konflikte zu vermeiden, stellen Fahrer in ihrer Not ihre Lastwagen sogar schon in Auf- und Abfahrten von Rasthöfen ab.
Damit müsse schnellstens Schluss sein, fordert auch Ulf Evert vom ADAC in Kiel. „Dieses wilde Parken und Rangieren der Lkw-Fahrer in Aus- und Auffahrten ist lebensgefährlich – speziell für Autofahrer", sagt er. Wenn Bund und Land jetzt gezielt das Problem mit dem Schwerlastverkehr angehen, „dann können wir diese Aktion nur begrüßen", so Evert.
Von Bastian Modrow
ln-online/lokales vom 10.04.2010 11:23
Foto: Parken in zweiter und dritter Reihe: Der Rastplatz in Buddikate (Kreis Stormarn) ist immer häufiger überfüllt. Foto: JENS BURMESTER
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