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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 14. April 2010 um 00:00 Uhr

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11.shoppenLübeck - Am Sonntag in den Bädern shoppen – diese Regelung ist durch ein Gerichtsurteil in Frage gestellt worden. Was denkt der Handel in Travemünde darüber?
Die Frühlingssonne treibt die Menschen mittags in die Vorderreihe, füllt Außenplätze der Restaurants und Bänke am Kai. Bummeln, Fischessen und Shoppen – das zieht Touristen und Einheimische gleichermaßen ins Ostseebad. Nicht nur in der Saison, denn bislang durften die Einzelhändler in Travemünde vom 15. Dezember bis zum 31. Oktober sonntags zwischen 11 und 19 Uhr öffnen. In Mecklenburg-Vorpommern hat das Oberverwaltungsgericht die Bäderregelung nach einer Klage der Kirche gekippt. Auch in Schleswig-Holstein wettert die Kirche gegen die Bäderregelung. Was denken Travemünder Händler darüber? „Wenn wir sonntags nicht mehr öffnen, sind wir auch nicht mehr attraktiv für Besucher", ist sich Jochum Aichholzer sicher. Der Vorsitzende der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG) glaubt, dass die rund 400 Travemünder Händler in einer wirtschaftlich schlechten Zeit auf Einnahmen am Sonntag angewiesen seien.
Die Forderungen der Bischöfin der nordelbischen Kirche, Maria Jepsen, nach lediglich vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr, hält er für realitätsfremd. „Mit solchen Äußerungen treibt man seine Schäfchen eher aus der Kirche als hinein", meint Aichholzer. Die Bäderregelung war ursprünglich als Ausnahmeregelung gedacht. Mit fast 40 verkaufsoffenen Sonntagen ist der Begriff Ausnahme jedoch ebenfalls unpassend. Ähnlich hatte das Greifswalder Oberverwaltungsgerichts argumentiert. Ist ein Kompromiss nicht wünschenswert? „Nein, die Kirche kann die Wirtschaft nicht aussperren, weil sie auf mehr Besucher hofft", so Aichholzer.
Rückenwind bekommt er von den Händlern. „Viele Leute sind heute finanziell auf einen Nebenjob am Wochenende angewiesen", sagt Christina Manthey-Haberland vom Einrichtungsgeschäft Larus an der Priwallfähre. Sie glaubt nicht, das Sonntagsdienste auf Kosten der Mitarbeiter gehen. Am Wochenende kämen Kunden aus Hamburg und dem Umland und steigerten den Umsatz erheblich, berichtet die Geschäftsfrau.
Ganz anderer Meinung sind Norbert und Ute Rohde aus Fürstenfeldbruck in Bayern, die gerade an einem Ständer Postkarten anschauen. „Auch wir bummeln und shoppen gern, aber doch bitteschön nicht am Sonntag", empört sich Ute Rohde. Das sei ein Familientag. Die Welt sei heute doch schon hektisch genug. „Sonntags einkaufen, das ist doch gerade der Charme an einem Ostseebad", sagt jedoch eine Frau aus Hessen. Ihr Mann ergänzt: „Was würden Sie sagen, wenn Sie im Türkeiurlaub vor verschlossenen Geschäften stehen?" Ein Tourismusort brauche besondere Öffnungszeiten. Auf diese Argumente setzt auch Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff: „Die Bäderreglung lockt Besucher außerhalb der Saison in die Bäder und belebt den Arbeitsmarkt". Die Regelung in Mecklenburg sei viel weiter gefasst. In Schleswig-Holstein sei sie über Jahre gewachsen. Gibt es dennoch Kompromissbedarf? Kirchhoff: „Unsere Regelung ist ein Kompromiss, bei dem alle gesellschaftlich relevanten Institutionen mitgewirkt haben".
Von Florian Grombein
ln-online/lokales vom 14.04.2010 00:00
Foto: Ist Shoppen in der Vorderreihe sonntags bald Geschichte? Einzelhandel und Kurdirektion bangen um die Bäderregelung. Foto: FLORIAN GROMBEIN
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