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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 14. April 2010 um 00:00 Uhr

45.klingenbergViele Staus, weniger Kunden. Staus in der Mühlenstraße, Busse stecken fest, und ein Parkhaus hat kaum Kunden: Der neue Klingenberg fordert Opfer. Die Geschäftsleute am Pferdemarkt hat es am schlimmsten erwischt.Wo sich bis Ende März Fahrzeuge durch die schmale Gasse
der parkenden Autos quälten, herrscht jetzt paradiesische Ruhe. Für Horst Stübs, Inhaber des Parkhauses am Pferdemarkt (99 Stellplätze), „eine absolute Katastrophe". Stübs: „Wir betreiben ein Parkhaus unter Ausschluss der Öffentlichkeit." Die Umsatzeinbußen würden bis zu 85 Prozent betragen. Stübs: „An verkaufsoffenen Sonnabenden herrscht in der Mühlenstraße das totale Verkehrschaos, aber zu uns finden die Autofahrer nicht mehr."

Von einem „Schaden für das Geschäft" spricht auch Eleni Triantafyllou, Inhaberin des Restaurants „Korfu". Bislang konnten die Kunden kurz parken, um sich bestelltes Essen abzuholen. Vorbei. Eleni Triantafyllou, die mit ihrem Mann das Restaurant seit 30 Jahren betreibt: „Wir merken die neue Regelung, und uns hat keiner gefragt." Die Inhaberin der Dom-Apotheke hat sogar Eingaben geschrieben. Vergeblich. „Die Kundschaft hat sich verändert", berichten Angestellte. Autofahrer bleiben weg, dafür kommen mehr Fußgänger.

Das merken auch die Geschäfte am Klingenberg und in der oberen Mühlenstraße. „Unsere Kunden suchen vermehrt die Geschäftsstellen außerhalb der Innenstadt auf", berichtet Matthias Wolf von der Volksbank. Die 95 Mitarbeiter der Zentrale am Klingenberg können dagegen nicht ausweichen. Wolf: „Wenn den ganzen Tag gebaggert wird, ist es eine Belastung für die Mitarbeiter. Aber wir ertragen das, denn wir freuen uns auf den neuen Platz."

„Mehr Pkw, weniger Laufkundschaft", bringt Hartmut Büttner, Sprecher der Interessengemeinschaft Mühlenstraße, die Lage auf den Punkt. Trotzdem sei die Umgestaltung des Klingenbergs richtig, so Büttner: „Ein ganzes Quartier wird an die Innenstadt angebunden." Dagmar Czudaj, Inhaberin des gleichnamigen Cafés Ecke Aegidienstraße/Mühlenstraße, hofft, dass die Baustelle schnell fertig wird.

7880 Fahrzeuge fahren jetzt täglich durch die Mühlenstraße. Vorher waren es 4600. Das haben Zählungen der Stadt ergeben. Verkehrsplaner Helmut Schünemann: „Der Zuwachs resultiert aus der Überfahrt aus der Schmiedestraße und aus dem Verkehr zum Haerder-Parkhaus." In den Stoßzeiten stecken die Autofahrer in der Schmiedestraße fest, ebenso in der Aegidienstraße. „Vor allem an Sonnabenden kommt es zu Problemen bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus Haerder-Center", erklärt Birgit Mohr vom Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck.

Es gebe Probleme, aber die Lage sei nicht dramatisch, urteilt Verkehrsplaner Schünemann. Die Polizei gibt ihm Recht. „Wir registrieren keine größeren Behinderungen", so ein Sprecher. Das dürfte in den Ohren der Busfahrer wie Hohn klingen. „Unsere Busse haben Verspätungen von zehn bis 15 Minuten", erklärt Lars Hertrampf, Sprecher des Stadtverkehrs. Die Mühlenstraße ist eine wichtige Achse des Nahverkehrs. 300 bis 350 Busse verkehren hier täglich. Auch das Taxengewerbe meldet Verbesserungswünsche an. Der Standplatz am Klingenberg musste weichen. Jetzt haben die Taxen nur zwei Plätze an der oberen Mühlenstraße. Jens Praefke, einer der Geschäftsführer der Lübecker Funktaxen: „Zwei Plätze sind vor allem nachts, wenn viele Menschen unterwegs sind, viel zu wenig."

Auf der Baustelle schuften derzeit vier bis fünf Mann, legen Leitungen und Versorgungskabel frei. Das Feld für die Wasserwände ist bereits angelegt. Als nächstes werden neue Leitungen und Anschlüsse verlegt. Bauleiter Joachim Mänz, der ab nächster Woche in seinem Baucontainer Bürgern Rede und Antwort steht (montags, dienstags, mittwochs 10 bis 14 Uhr): „Bis zum 30. November muss alles fertig sein."
Von Kai Dordowsky

ln-online/lokales vom 14.04.2010 11:07
Foto: Engpass Klingenberg: Alle Autos werden jetzt in die Mühlenstraße gelenkt. Dort entstehen zu Stoßzeiten Staus. Foto: LUTZ ROESSLER
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