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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 21. April 2010 um 00:00 Uhr

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45.zwangspauseDas Flugverbot legt auch Lübecks Airport lahm. Check-In und Geschäfte sind geschlossen, nur kleine Maschinen dürfen starten. Anwohner freuen sich über die Ruhe.Gegen 12.30 Uhr herrscht auf dem Flughafen Blankensee normalerweise reges Treiben. „Die Mittagsmaschine aus Palma ist gelandet, und hunderte Passagiere sind in und um den Flughafen unterwegs“, beschreibt Betriebsratsvorsitzender Torsten Hülse die Atmosphäre an einem gewöhnlichen Montag. Doch es ist kein gewöhnlicher Montag. Es ist ein Montag mit einer Aschewolke über Europa und einem Flugverbot, das auch für Lübecks Airport gilt.„Heute hätten wir eigentlich fünf Maschinen gehabt: aus London Stansted, Palma de Mallorca, Stockholm, Danzig und Pisa“, sagt Daniela Stricker, Assistentin der Geschäftsleitung, mit Blick über die leere Start- und Landebahn. Keine Boeings, keine Leute mit Koffern, kaum Fahrzeuge. Der Wind pfeift übers Gelände, ansonsten ist es still. Nur ein Segelflieger dreht am Himmel lautlos seine Runden.Fliegen dürfen auch kleinere Propellermaschinen.
„Für die Sichtfliegerei ist der Flughafen geöffnet“, erklärt Fluglotse Uwe Klein und meint damit Maschinen, die nicht nach Instrumenten, sondern nach Sicht fliegen. Mit seinen Kollegen behält Klein im Tower unter anderem die Wetterlage und aktuellen Meldungen der Deutschen Flugsicherung im Blick.
Auch heute wird voraussichtlich keine Ryanair-Maschine in Lübeck landen. Stricker: „Die Fluggesellschaft hat bis Mittwoch, 13 Uhr, deutschlandweit alle Flüge gestrichen.“ Wizz Air hingegen entscheide „relativ spontan“, sagt sie.
Wie der Luftraum sind auch der Check-In und die Flugzeugabfertigung geschlossen. „Wir arbeiten mit rund 25 Prozent weniger Personal“, sagt die Assistentin und spricht von zehn bis zwanzig Leuten, die teilweise Überstunden abbummeln.
Andere variieren ihre Tätigkeit. Diana Juhl (23) arbeitet normalerweise im Check-In, jetzt hilft sie beim Airport Service (Telefon 04 51/ 58 30 10). „Hier ist richtig viel los“, sagt die Kauffrau im Luftverkehr zwischen zwei Telefongesprächen. Den ganzen Tag über erreichen die Mitarbeiter telefonische Anfragen über Umbuchungen, Flugausfälle und neueste Nachrichten. Juhl: „Die meisten Leute sind verständnisvoll.“ Auch wenn das Umbuchen nur im Internet (www.ryanair.com) oder im Airport-Service möglich ist.
Während die Autovermietungen geöffnet haben, sind die Gaststätten und Geschäfte überwiegend geschlossen. Kathrin Thärig (35) von „Sweets & Goods“ ist nur kurz da, um nach den Rechten zu sehen. „Ansonsten sitze ich abrufbereit zu Hause und warte, bis es weitergeht.“ Ursula Karrenbrock registriert in der Gaststätte „Zum Bruchpiloten“ – gegenüber dem Flughafen – auch „deutlich weniger Leute“ als sonst. „Hier ist tote Hose, man kann nur hoffen, dass es bald wieder losgeht.“
Das sieht Horst Hesse (72) anders. „Kein Flugzeug am Himmel: schön“, sagt der Anwohner der Siedlung Wulfseck. Hartmut Relling aus Groß Grönau freut sich ebenfalls über die Ruhe: „Das ist herrlich“, sagt der Mann, der von seinem Garten aus den Flughafen sehen kann. „Er ist nur 500 Meter entfernt, und die Maschinen fliegen sonst in 30 bis 35 Metern Höhe über unser Haus hinweg.“ Besonders genieße er, mit seiner Enkelin im Garten spielen zu können. „Milla (2) fürchtet sich so vor dem Lärm, dass sie immer sofort ins Haus läuft.“

Von Cosima Künzel
ln-online/lokales vom 20.04.2010 00:00:08
Foto: Der Wind wehte gestern über das Gelände des Flughafens – aber Boeings starteten nicht. Fotos: TIM JELONNEK
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