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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 28. Juli 2009 um 00:00 Uhr

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ikea_01Dänischburg. Ikea kommt nach Lübeck! Das schwedische Einrichtungshaus Ikea will das Gelände von Villeroy&Boch in Dänischburg kaufen, dort 120 Millionen Euro investieren und 400 neue Arbeitsplätze schaffen. Hintergrund: IKEA baut Marktposition aus Neben Ikea

soll dort auch das „House of Living“ von Villeroy&Boch entstehen und ein skandinavisches Center. Im Frühjahr 2011 soll mit dem Abriss der ehemaligen Fliesenproduktion begonnen werden, im Sommer 2012 soll Eröffnung gefeiert werden.
Johannes Ferber, stellvertretender Geschäftsführer der Verwaltungs GmbH von Ikea, hält 2,5 Millionen Besucher pro Jahr für realistisch. „Lübeck ist ein attraktiver Standort.“ In Norddeutschland wäre kein anderer in Frage gekommen.
Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) bezeichnet das Investment als „ein bedeutendes Projekt für Lübeck“. Scheitern kann es nur noch an zwei Dingen: Der Bebauungsplan für das Gelände muss von der lübschen Politik geändert werden, und die Firmenzentrale in Schweden muss derMillioneninvestition zustimmen. Ende des Jahres soll dort eine Entscheidung fallen.

Neue Einkaufsattraktion in Lübecks Norden: Der schwedische Möbelgigant Ikea will das insgesamt 400 000 Quadratmeter große Areal von Villeroy & Boch in Dänischburg kaufen und dort mehr als 120 Millionen Euro investieren.
400 neue Arbeitsplätze sollen in dem Stadtteil nördlich der Trave geschaffen werden. Auf rund 180 000 Quadratmetern ist dort neben Ikea auch das „House of Living“ von Villeroy&Boch geplant – eine Einkaufswelt rund ums Wohnen – und ein skandinavisches Center. Die Verkaufsfläche insgesamt beträgt 60 000 Quadratmeter. Der Rest des Geländes wird vorerst nicht überplant.

Im Frühjahr 2011 soll mit dem Abriss der ehemaligen Fliesenproduktion begonnen, im Sommer 2012 soll Eröffnung gefeiert werden. 2500 Stellplätze sind vorgesehen. Johannes Ferber, stellvertretender Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs GmbH, hält 2,5 Millionen Besucher pro Jahr für realistisch. „Das ist der richtige Standort mit einer ausgezeichneten Verkehrsanbindung“, erklärt Ferber. Außerhalb Lübecks wäre kein anderer Standort infrage gekommen. Er rechnet vor allem mit Urlaubern, Lübeckern und auch Skandinaviern als Kunden. Das Einrichtungshaus wird mit 30 000 Quadratmetern Verkaufsfläche so groß wie die Ikea-Standorte Kiel und Hamburg-Moorfleet. Manfred Finger, Finanzvorstand von Villeroy&Boch, ist überzeugt, dass die beiden Marken Ikea und Villeroy&Boch „Erfolgsgaranten für die Zukunft“ sind. Finger: „Wir wollen in Dänischburg unser Flaggschiff im Norden aufbauen.“

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) bezeichnet das Investment als „bedeutendes Projekt für Lübeck“. Amtskollegen in anderen Städten „würden sich die Finger danach lecken, Ikea anzusiedeln“, so Saxe. „Das wird sehr viel Kaufkraft nach Lübeck ziehen.“ Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU): „Wichtig sind vor allem die Arbeitsplätze – und dass die Brache in Dänischburg beseitigt wird.“ Wirtschaftsförderungschef Dirk Gerdes: „Durch Ikea wird die zentrale Bedeutung Lübecks für die Region weiter gestärkt.“

Scheitern kann das Projekt noch an zwei Dingen: Die Firmenzentrale in Schweden muss der Millioneninvestition zustimmen. Ende Dezember soll dort eine Entscheidung fallen. Und der Bebauungsplan für das Areal muss von der Lübecker Politik geändert werden. Das ist der Knackpunkt: Zwar ist das Gebiet als großflächiger Einzelhandelsstandort ausgewiesen, allerdings ist innenstadtrelevantes Sortiment verboten – wie Bekleidung und Schmuck. Das Konzept des skandinavischen Centers ist noch unklar, wird aber von den Verhandlungen über die Sortimentliste abhängig sein, die im Bebauungsplan festgelegt wird. Mit 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird das Center doppelt so groß wie das Haerder-Center in der City. Deshalb warnt Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU): „Wenn innenstadtrelevantes Sortiment angeboten wird, werden wir uns wehren.“

Villeroy&Boch hat seine Fliesenproduktion Ende 2002 stillgelegt, das Werk für Sanitärkeramik schließt Ende 2009. 150 Arbeitsplätze gehen verloren.

Von Josephine von Zastrow
LN vom 28/07/09

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