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Geschrieben von: LN-Online Dienstag, den 15. März 2011 um 09:20 Uhr

Lübeck – Erfolg auf der ganzen Linie für den Lübecker Flughafen. Jetzt kann es sofort mit dem vier Millionen Euro teuren Ausbau losgehen. Die Airport-Chefin ist hochzufrieden.

Jetzt geht’s los: Das Oberverwaltungsgericht Schleswig (OVG) hat gestern am späten Nachmittag den Ausbau des Airports Blankensee genehmigt. Auf diese Entscheidung wartet die Stadt seit dem Herbst. Der Flughafen hat in allen Punkten Recht bekommen, die Klagen der Nachbargemeinde Groß Grönau, der Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm und die eines Anwohners sind abgewiesen worden. Damit ist das Eilverfahren zur Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses abgeschlossen.

„Ich freue mich sehr. Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit von Blankensee“, erklärt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Nach den vielen schlechten Nachrichten der letzten Monate sei das ein „deutlich positives Zeichen“. Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD): „Die Entscheidung des Gerichts hätte ich mir natürlich bereits im November gewünscht.“ Dann wäre der Ausbau bereits jetzt fertig. „Die Zeit wird knapp“, drängt Schindler zur Eile. Am Ende hätte der Flughafen ein Jahr Zeit verloren, „da wir erst im Oktober richtig bauen können“, so Schindler.

Dennoch: Große Freude bei Flughafen-Chefin Doris Böhmke, die den Airport Ende des Monats aus privaten Gründen verlässt. „Das ist für mich persönlich ein toller Abschluss – mein Bauchgefühl war richtig“, sagt Böhmke. Sie sieht die Zeitschiene positiver: „Wir können jetzt sofort anfangen zu bauen.“ Gegen die Entscheidung des OVG könnten keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden. Dieses Urteil sei zudem auch ein Indiz für das Hauptverfahren, sieht Doris Böhmke den Lübecker Airport für weitere rechtliche Auseinandersetzungen gut gewappnet.

Man werde nun die Landeschwelle verlegen und Peiler für das Instrumentenlandesystem „ILS CAT II“ herrichten, so die Airport-Chefin. Das neue System müsse sowieso eine Weile mit dem alten parallel laufen. Allerdings darf der Flughafen auf einer bestimmten Fläche wegen des Naturschutzes erst im Herbst anfangen zu bauen – dort soll eine Sendereinheit für das „ILS CAT II“ errichtet werden. Böhmke ist zuversichtlich: „Wir werden bis Ende dieses Jahres mit der ersten Ausbaustufe fertig.“ Dazu gehört auch die die Sanierung des Flughafenvorfelds sowie der Bau zusätzlicher Parkplätze. Insgesamt kostet dieser Ausbau vier Millionen Euro. Davon gehen 1,25 Millionen Euro an die Stiftung Naturschutz. Die Baumaßnahme selbst kostet 2,75 Millionen Euro – davon zahlt das Land 1,76 Millionen Euro.

Hans-Georg Weißkichel, Bürgermeister Groß Grönaus, nimmt die Niederlage vor Gericht gefasst auf. „Ich fürchte, das ist ein Freibrief für die Verschwendung von Steuergeldern“, so Weißkichel. Seiner Ansicht nach werde der Ausbau sowieso teurer. Er sei „sehr traurig“, dass Geld in den Airport gepumpt werde, das „wirtschaftlich nichts bewegen“ werde. Noch liegt die Urteilsbegründung des Gerichtes nicht vor. Davon will Weißkichel abhängig machen, ob er auch im Hauptsacheverfahren klagt und bis zum Bundesverfassungsgericht zieht.

Vor sieben Jahren war die Gemeinde Groß Grönau erfolgreich mit ihrer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht und setzte einen Baustopp durch. Im April 2004 gaben die Richter in einer Eilentscheidung der Klage der Gemeinde und zweier Anwohner Recht und widersprach dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Behörde hatte die Sanierung des Rollwegs und die Vorbereitungsarbeiten für „ILS-CAT II“ genehmigt, ohne Groß Grönau zu beteiligen.

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