Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Wer ist Online?

Wir haben 87 Gäste online
The next version of Ubuntu is coming soon
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Geschrieben von: HL-live Dienstag, den 20. Oktober 2009 um 02:12 Uhr

Benutzerbewertung: / 2
SchwachPerfekt 

13.angestellterMitarbeiter schlagen Alarm. Die geplante Beantragung der Aufhebung der Betriebspflicht für große Flugzeuge am Flughafen Lübeck (wir berichteten am Sonntag) stößt bei den Beschäftigten auf Protest. Der Betriebsrat hat am Mittwoch - auch die Politiker - zu einer Betriebsversammlung eingeladen.Der Betriebsrat hat kein Verständnis für die geplante Maßnahme. Das komme einer schrittweisen Schließung gleich. Gleichzeitig warnt Betriebsrätin Doris Böhmke vor noch höheren Defiziten, denn Einnahmen werden wegbrechen und die Ausgaben kaum sinken. Zuvor hatte bereits die Lübecker CDU den Antrag auf die Aufhebung der Betriebspflicht strikt abgelehnt. CDU-Fraktionschef Andreas Zander und der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Klaus Puschaddel sprachen von "Arbeitsplatzvernichtung" nicht nur am Flughafen, sondern auch bei Gastronomie, Hotellerie,

Einzelhandel und Transportwesen in ganz Lübeck. Ob sich noch ein Investor findet, ist offen. Der Bürgermeister Bend Saxe hat bereits angekündigt, dass man ein neues Interessenbekundungsverfahren starten müsse, wenn der Flughafen wieder zu 100 Prozent der Stadt gehört. Der Flughafen könnte nach Meinung der Stadt nach einem Ausbau Gewinn machen. Die Investitionskosten von rund 60 Millionen Euro will das Land mit bis zu 70 Prozent fördern. Dazu müsste ein neuer Besitzer der Stadt den Flughafen abkaufen. Ursprünglich hatte die Stadt dafür rund 26 Millionen Euro gefordert - der Betrag, der nun an den scheidenden Investor Infratil gezahlt werden muss. Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel hat bereits öffentlich gesagt, dass dieser Betrag wohl nicht zu realisieren sei.

Den Bericht von Sonntag über den Antrag von SPD und Grünen zur Aufhebung der Betriebspflicht lesen Sie hier.


Offener Brief des Betriebsrates des Flughafens Lübeck an die Politik

Sehr geehrte Damen und Herren,
airport_13_lbc_360wir, die 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Flughafen Lübeck, haben mit großer Besorgnis und Entsetzen den Antrag der SPD und der Bündnis 90 / Die Grünen zur Aufhebung der Betriebspflicht des Flughafens aufgenommen.
Dieser Antrag zur Reduzierung der Betriebspflicht auf Luftfahrzeuge bis 14 to. kommt einer schrittweisen Schließung des Airports gleich. Uns entzieht sich der Sinn einer solchen Beschränkung, da man auf Nutzen und Einnahmen für die ganze Region durch Fluggäste verzichten würde. Eine solche Umwidmung der Betriebsgenehmigung bedeutet, dass schlagartig alle Haupteinnahmequellen versiegen würden, da ein Linien- und / oder Charterverkehr dann nicht mehr zulässig ist. Die Betriebskosten des Flughafens würden jedoch weiterhin bestehen bleiben und nicht, wie fälschlicherweise angenommen, signifikant sinken. Im Gegenteil, solch eine ,Umwidmung' bedeutet eine Steigerung des Defizits und soll offensichtlich zur kompletten Schließung des Flughafens und zum Verlust aller Arbeitsplätze führen.
Dieser Antrag ist zum jetzigen Zeitpunkt ein grundlegend falsches Signal. Die Hansestadt Lübeck steht mitten in Verhandlungen mit neuen Investoren und schwächt völlig unnötig die eigene Position in diesen Verhandlungen mit einem solchen Signal.
Gerade nachdem die nötige Infrastruktur (Autobahn A20, Bundesstraße B207n, Bahnanschluss Flughafen Lübeck) rund um den Flughafen verbessert und extra geschaffen wurde und auch noch momentan weiterhin geschaffen wird, kann es jetzt, bei einsetzendem Aufschwung in den Passagierzahlen nicht der richtige Weg sein, ernsthaft über eine Schließung bzw. Reduzierung der Betriebspflicht nachzudenken. Genau dieses wird mit dem Antrag der SPD und Bündnis 90/Die Grünen jedoch verfolgt. Betroffen sind nicht nur die Arbeitnehmer/innen der Flughafen Lübeck GmbH inkl. der ansässigen Unternehmen, sondern auch ortsansässige Firmen wie Hotellerie, Einzelhandel, Gastronomie, Transportwesen und nicht zuletzt Luftsportvereine.
Wir fordern Sie, sehr geehrte Damen und Herren, hiermit auf, sich mit einem klaren "JA" zum Flughafen Lübeck zu bekennen und sich von Plänen wie einem Rückbau des Flughafens Lübeck zu verabschieden. Nutzen Sie alle Möglichkeiten der Förderung von bestehender, sinnvoller Infrastruktur zum Ausbau des Flughafens Lübeck. Wir fordern Sie auf, dem gestellten Antrag nicht stattzugeben und unsere Arbeitsplätze zu erhalten.

Betriebsrat
Flughafen Lübeck GmbH
HL-live Zeitung vom 20.10.09

Fotos: LBC, Flughafen GmbH

Banner