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Sonntag, den 25. Oktober 2009 um 22:23 Uhr

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51.doris_boemkeBetriebsrätin Doris Böhmke:  Seit 13 Jahren arbeitet sie am Flughafen, jetzt kämpft sie mit allen Mitteln gegen eine Schließung. Politische Arbeit war Doris Böhmke bislang fremd.Die öffentliche Betriebsversammlung mit Politikern und Medien war zweifellos ein geschickter Schachzug.Die 46-Jährige wohnt in Bad Schwartau, aber Fluglärm ist für sie kein Fremdwort. „Wir liegen in der Einflugschneise.“Lübecker Nachrichten: Schonfrist für den Flughafen – waren Sie überrascht vom Rückzieher von SPD und Grünen? Doris Böhmke: Ja. Ich habe mit einer Änderung des ursprünglichen Antrags gerechnet, mit dem SPD und Grüne den Flughafen abwickeln wollten. Dass dieser Antrag jetzt komplett zurückgezogen wird, finde ich sehr erfreulich. LN: Glauben Sie den Versprechen der Politiker? Böhmke: Ach, da bin ich noch ein bisschen skeptisch.

Denn es wird keine einheitliche Linie in der SPD verfolgt. Deshalb gehen wir am Donnerstag zur Sitzung der Bürgerschaft.

LN: Das war die erste öffentliche Betriebsversammlung der Flughafen-Belegschaft. War die als Tribunal für die Politiker geplant?
Böhmke: Nein, nicht als Tribunal. Aber wir haben bewusst die Öffentlichkeit dazugeholt, damit unsere Stimmung auch einmal wahrgenommen wird. Es werden immer nur Flughafen-Gegner wahrgenommen. Wir melden uns selten. Es war an der Zeit, dass man uns hört.

LN: Warum haben die Mitarbeiter all die Jahre stillgehalten?
Böhmke: Der Flughafen stand ständig in schwebenden Verfahren – bei der Investorensuche, bei der Planfeststellung. Das wollten wir nicht gefährden. Aber im Frühjahr, als die Suche nach einem neuen Betreiber unnötig verschleppt werden sollte, haben wir uns öffentlich gewehrt und auch einen kleinen Erfolg erzielt. Die Suche ging weiter.

LN: Wie ist jetzt die Stimmung in der Belegschaft?
Böhmke: Die Mitarbeiter sind sehr motiviert. Wir haben gesehen, dass wir zusammenhalten, wenn es darauf ankommt. Und wir können etwas bewegen, wenn auch nur in kleinen Schritten. Das ist auch ein gutes Zeichen für einen Investor. Der sieht, was für eine Belegschaft er sich hier einkaufen kann.

LN: Welche politische Botschaft ist denn bei der Belegschaft rübergekommen?
Böhmke: Die Grünen bleiben bei ihrer ablehnenden Haltung zum Flughafen-Ausbau. Das müssen wir akzeptieren. Bei der SPD rudert der Fraktionsvorsitzende Peter Reinhardt ein bisschen zurück. Aber er will in seiner Partei dafür Sorge tragen, dass die nötigen Investitionen für den Ausbau bereitgestellt werden – das ist rübergekommen.

LN: Sind Sie sicher, dass es so kommt.
Böhmke: Sicher kann man sich in der Politik nie sein.

LN: Wie viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel?
Böhmke: Direkt bei der Flughafen Lübeck GmbH rund 150, bei den ansässigen Firmen 110. Hinzu kommen die Arbeitsplätze in Hotellerie und Gaststätten. Wenn die Tourismuszahlen zurückgehen, werden womöglich auch hier Arbeitsplätze gestrichen und das eine oder andere Zimmermädchen entlassen.

LN: Flughafen-Gegner kritisieren, dass das keine Vollzeit-Jobs, sondern Billig-Jobs seien. Ist das so?
Böhmke: Nein. Wir haben natürlich auch Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte. Aber wir haben auch hoch qualifiziertes Personal. Eine ILS-Anlage, die die Flugsicherheit gewährleisten soll, lässt sich nicht mit einer 400-Euro-Kraft betreiben. Der Flughafen beschäftigt Ingenieure und Fluglotsen.

LN: Warum soll der Steuerzahler diese Jobs dauerhaft subventionieren?
Böhmke: Das soll er gar nicht. Die Bürgerschaft soll uns endlich die Chance geben, uns am Markt zu bewähren. Wir wollen uns selber finanzieren, nur gibt man uns seit Jahren die Chance dazu nicht.

LN: Aber der Flughafen wird nie schwarze Zahlen schreiben.
Böhmke: Das sehe ich anders. Ich habe genauen Einblick in die Zahlen. Wir haben jetzt alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft. Es gibt einen Planfeststellungsbeschluss, der vor kurz vor einem rechtssicheren Entscheid steht. Wir haben den Bahnhaltepunkt und den Autobahn-Zubringer. Jetzt soll man uns machen lassen und uns helfen. Wir sind öffentliche Infrastruktur und brauchen am Anfang öffentliche Unterstützung.

LN: Wie viel Geld braucht der Flughafen?
Böhmke: Vier Millionen Euro, um den Ausbau voranzutreiben. Erst dann wird der Planfeststellungsbeschluss rechtssicher.

LN: Die Bürgerschaft soll vier Millionen investieren, ohne sicher zu sein, dass danach jemand den Flughafen betreibt. Was macht Sie so sicher, dass ein neuer Betreiber kommt?
Böhmke: Die Hoffnung stirbt zuletzt, und ich bin mir auf Grund meines Einblickes in die Umsätze sicher, dass ein Investor die Möglichkeiten erkennen wird.

LN: Alle reden vom Flughafen Weeze. Was halten Sie davon?
Böhmke: Das, was Weeze auf die Beine gestellt hat, ist erstaunlich. Der Airport stand kurz vor der Schließung, die Betriebsgenehmigung sollte entzogen werden, die Lage war ähnlich wie bei uns. Jetzt schreibt der Flughafen schwarze Zahlen.

LN: Wie viele Passagiere braucht Lübeck, um schwarze Zahlen zu schreiben?
Böhmke: Wir haben jetzt zwei Monate gehabt, in denen wir beim reinen Flugbetrieb Geld verdient haben. Hochgerechnet auf das ganze Jahr brauchen wir 1,2 Millionen Fluggäste.

LN: Insgesamt bleibt die Bilanz aber defizitär.
Böhmke: Klar, es kommen Abschreibungen, Zinsen und Investitionen dazu.

LN: Billigfliegerei ist keine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Sehen Sie das anders?
Böhmke: So argumentieren die Grünen, die prinzipiell gegen Billigfliegerei sind. Ist ein Tourist, der ein teures Ticket kauft, mehr wert als ein Tourist, der ein günstiges Ticket erwirbt?

LN: Hat der Flughafen mit seiner totalen Abhängigkeit von Ryanair dauerhaft eine Zukunft?
Böhmke: Wir wollen mehr Farben auf dem Vorfeld haben und nicht nur von Ryanair abhängig sein. Wir schreiben Angebote an andere Airlines, die aber sehr zurückhaltend reagieren wegen der unsicheren Zukunft von Blankensee. Auch daran hat die Politik ihren Anteil, weil nicht alle hinter dem Produkt stehen.

LN: Die Bürger der umliegenden Gemeinden haben Angst vor einem Großflughafen. Das verstehen Sie doch?
Böhmke: Selbstverständlich. Aber wenn Blankensee zu einem Verkehrslandeplatz zurückgestuft wird, wird es lauter – durch die Sportflieger, die jeden Sonntag über den Gärten kreisen.

LN: Lauter als 20 Boeing-Flüge am Tag?
Böhmke: Definitiv. Sportflieger kreisen kontinuierlich auf der Stelle. Die Ryanair-Maschine ist zwei Minuten lang laut.

Von Kai Dordowsky, ln-online/lokales vom 25.10.2009 00:00



Leser-Kommentare (20)

Ein Sportflieger schrieb am 25.10.2009 00:37: Hahaha,ja,ja,schnell ausbauen, dann ist es viel leiser als bei einem Nichtausbau. Horden von Sportfliegern werden plötzlich einfallen und den ganzen Tag sinnlos über
die Randgemeinden kreisen. Entschuldigung, aber das ist nun wirklich abwägig. Hier will jemand die Anwohner für doof verkaufen

Doppik schrieb am 25.10.2009 00:45: "Wir haben jetzt zwei Monate gehabt, in denen wir beim reinen Flugbetrieb Geld verdient haben."
Das kann eigentlich nur sein wenn Ryanair in diesem Zeitraum zwei Monate nicht geflogen wäre:-

Ein Lübecker Steuerzahler schrieb am 25.10.2009 01:08:"Ist ein Tourist, der ein teures Ticket kauft, mehr wert als ein Tourist, der ein günstiges Ticket erwirbt?" Nein, ist er nicht Aber die in Form von Steuergeldern subventionierte Differenz zwischen beiden Tickets hätte einen MehrWert für Lübeck in Form von Ausgaben für wichtige Dinge an denen die Hansestadt ständig sparen muss. Das regt mich total auf

Jörg v. Bechstein schrieb am 25.10.2009 01:26: Hätte Lübeck lieber vermehrt in vernünftiges, überregionales Stadtmarketing und auf attraktivere Veranstaltungen gesetzt als auf die Hoffnung, dass sich Billigflugreisende aus
anderen Regionen in Lübeck verirren, wären die Tourismuszahlen bestimmt höher gewesen.

Nicole Finck schrieb am 25.10.2009 07:43:
"Sportflieger kreisen kontinuierlich auf der Stelle"...."wenn Blankensee zu einem Verkehrslandeplatz zurückgestuft wird, wird es lauter".
SO EIN BLÖDSINN,FRAU BÖHMKE.
Wir wohnen seit drei Generationen in Krummesse und bis Ryanair einfiel, war der Flughafen mit Sport- und Segelflug ein guter Nachbar.Ein Sportflieger hat uns auch nie um die NACHTRUHE gebracht.

zwei sportflieger schrieb am 25.10.2009 09:41:
Die einzigen Sportflieger, die regelmässig kreisen, sind nun mal geräuschlose Segelflieger.
Alle Motorflugzeuge fliegen in der Regel von A nach B, sind aber dabei "definitiv" leiser als Passagiermaschinen.

Bianca schrieb am 25.10.2009 11:14:
Frau Böhmke setzt hier unverhohlen auf das St.-Florians-Prinzip, "verschon mein Haus, zünd andre an" Die entlassenen Kindergärtnerinnen, Pflegekräfte, städtische Angestellte oder die Mitarbeiter geschlossener Lübecker Traditionsunternehmen: die alle hätten auch gerne zweistellige Subventionsmillionen zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Sind die denn weniger wert, als ein Flughafenangestellter?

Kritiker schrieb am 25.10.2009 11:30:
Sehr geehrte Frau Böhmke, 1:Es schweben immer noch Verfahren 2:was meinen Sie mit endlich die Gelegenheit? Seit fast 20 Jahren gibt es die 3:Ihren Einblick in die wahren Zahlen bezweifele ich 4:Investitionen auf Hoffnungsbasis sinds genug5:Rechtssicherheit durch 4Mio-Ausbau im PLanfeststellungsverfahren bekommen Sie nicht vor 5-10 Jahren6:40-60Mio reichen nicht mal für Lärmschutz Aufhören

Hanseat schrieb am 25.10.2009 11:55:
@Kritiker
1. seit 20 Jahren s. 2.
2. s. Punkt 1, wer mit Zelten und anderen Provisorien operieren muß, hat keine realistische Gelegenheit
3. Sie haben natürlich mehr Einblick
4. sind das Wesen einer Investition. Hoffen, dadurch mehr Geld zu verdienen, wissen kann das keiner.
5. abwarten
6. Sie verwechseln hier wohl Lübeck mit Frankfurt, die Schallschutzfenster sollen nicht vergoldet werden

Gunnar Kreuz schrieb am 25.10.2009 12:09:
Komisch
Zum Thema "Fluglärm" schrieb unlängst ein Grönauer Bürger, daß der Fluglärm früher - vor Ryanair u. Co. deutlich größer war.
Eigentlich sollte er es als Anlieger beurteilen können.
Aber das interessiert die meisten Berufs-Flughafen-Gegner nicht. Bei vielen - wie bei den Grünen - handelt es sich einfach um notorische Besserwisser und vor Allem "Besserverdiener".

Hanseat schrieb am 25.10.2009 12:13:
Ich vermisse auch die röhrenden Flugzeuge der Fallschirmspringer am Wochenende, die BW, die BGS-Auflärungsflüge, die Zieldarstellungsflüge mit Spitfire, Seafury, Bronco usw.
Ja, früher war alles besser, da gab es auch noch Pferdekutschen und die Grenze. Genau da wollen einige aus dem "Speckgürtel", die ihre Kleingartenidylle bedroht sehen, Lübeck wieder sehen.
Na, dann "Gute Nacht Lübeck"

Ein Befürworter schrieb am 25.10.2009 12:14:
@Kritiker
1: Ja - aber wie oben erwänht war es jetzt wohl an der Zeit 2: Falsch - es gibt und gab keine Rechtssicherheit und somit keine Chance 3: Warum - Blick auf die Homepagge des FH: Doris Böhmke Leiterin Buchhaltung 4 u. 5:woher nehmen sie diese Weisheit ?
@Sportflieger: genau - die Sportflieger sind ganz leise und stören niemanden - sagen die Sportflieger. WEITERMACHEN

Lübecker schrieb am 25.10.2009 12:40:
So ein Quatsch, was diese Frau da von sich gibt. Gut nachgeplappert ist trotzdem nicht richtig. Lufthansa, AirBerlin u. a. WOLLEN ab Hamburg fliegen, nicht ab Lübeck. Alle plappern dasselbe, mit 4 Mio. würde der PFB rechtssicher. Was für ein Schwachsinn. Man kann Rechtssicherheit nicht kaufenSIE alle strafen die Unterlagen des FH im PFB selbst Lügen, denn ohne Ausbau 1,2 Mio Pass. möglich

Dresdner schrieb am 25.10.2009 12:47:
Der Flughafen sollte eine Chance für den Wirtschaftsstandort Lübeck sein. Er ist ein Standortfaktor für Industrieansiedlungen, weitere Investionsentscheidungen und den Tourismus. Wer sich die Zukunft Lübecks als geschlossenes Feuchtbiotop wünscht, sollte weiter eifrig gegen den Flughafen ätzen. Andere Regionen sind froh, wenn Investoren und Arbeitsplätze zu ihnen kommen. Auf Lübeck wartet niemand.

Realist schrieb am 25.10.2009 14:46:
Wenn das die Vertretung der Belegschaft sein soll,dann frage ich mich wie es um den geistigen Hintergrund der Belegschaft aussieht.Der Fluglärm in Schwartau ist mit dem in GG vergleichbar? Fr.Böhmke, Sie haben keine Ahnung. Sportflieger kreisen auch nicht stungenlang über die Gärten. Auch hier haben Sie keine Ahnung. Und ob Sie wirklich den Einblick in die richtigen Zahlen haben bezweifle ich.

Lübecker Stadtbewohner schrieb am 25.10.2009 15:01:
Tatsache ist, dass die Hansestadt Lübeck an allen Ecken und Enden spart, diverse Investitionsstaus vor sich her schiebt,aber in den Flughafen Millionen gepumpt werden, die man an anderer Stelle in deutlich sinnvollere Investitionsmaßnahmen stecken könnte. Ein klares NEIN zur weiteren Geldverschwendung mit Steuergeldern

Erstaunter Leser schrieb am 25.10.2009 15:17: Demnächst holt sich jedes Kleinunternehmen den Politiker seiner Wahl in die Kantine u. macht Front, wenn keine weiteren Subventionen mehr fließen. Was sagte gleich noch kürzlich Horst Köhler "Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter im Zeichen von Ökologie und Nachhaltigkeit". Also liebe Lübecker Bürgerschaft, mit gutem Beispiel voran bitte, kein Geld mehr für
LBC.

Gegen Sportflieger schrieb am 25.10.2009 17:18:
Auch wenn ich ein Flughafengegner bin, liebe "Zwei Sportflieger", die ihr immer nur von A nach B fliegt, in diesem Punkt hat Frau Böhmke wirklich recht Eine Ryanair-Maschine ist schnell weg, die ratternden Sportflieger quälen sich aber langanhaltend über die Dächer. Und darunter haben auch die Grönauer früher gelitten

w.boller schrieb am 25.10.2009 18:26:
Das mit der Einflugschneise in Bad Schwartau lassen wir mal weg. Das Lärm unangenehm ist und wenn er die Nachtruhe stört krank macht ist wohl unumstritten. Offensichtlich wissen das auch alle Gemeinden entlang der neuen Bahntrasse, die im Zusammenhang mit der Belt-Querung steht. Aber nur die Grönauer sind Quertreiber, wenn es um ihre Nacht-Ruhe und in den Lärmschutzzonen um ihre Gesundheit geht

Lübecker schrieb am 25.10.2009 19:12:
"Wir schreiben Angebote an andere Airlines...". Der FH bettelt. Wenn die Airlines in Lübeck Passagierpotential sähen, würden sie selbst auf die Geschäftsführung zu kommmen. Im übrigen: Buchaltung ist was anderes als die Kenntnis über die entscheidenden Zahlen, über die seit Jahren gestritten wird. In die wird gerade jemand wie Fr. Böhmke Einblick haben? Da kann man ja nur lachen.

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