Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Geschrieben von: HL-live Sonntag, den 08. November 2009 um 00:00 Uhr

Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

04.bschlussimg_0022Fazit der Filmtage: Tolle Tage waren es, beschert von "lauter Frauen". NDR-Moderator Ernst Christ aus Kiel leitete mit diesem Satz eine Gesprächsrunde ein, in der am Sonntag ein erster Rückblick auf die 51. Nordischen Filmtage gezogen wurde. Sie dauern noch bis Sonntagabend. Drei Frauen waren seine

fachkundigen Gesprächspartnerinnen, verantwortlich für das Lübecker Filmfestival: Angela Buske, zuständig für das deutsche Programm und die Organisation, Linde Fröhlich, die künstlerische Leiterin und Christine Berg, Intendantin der Nordischen Filmtage. Drei Frauen, die seit Mittwoch pausenlos im Einsatz waren. Wie lange haben sie es bei der Filmgala im Stadttheater ausgehalten, wollte Ernst Christ wissen. Und: Wie übersteht man derart stressige Tage? Christine Berg bekannte, sie sei erst um halb drei Uhr morgens im Bett gewesen, hätte noch ausgiebig getanzt. Linde Fröhlich: Obwohl abgesprochen war, wer an welchem Abend bis zum Lichtausschalten Dienst hatte, sei sie jeden Abend unter den Letzten gewesen, "was an den netten Gästen und Gesprächspartnern lag". Angela Buske gab zu, bei ihr wäre es nur wenig früher gewesen als bei Christine Berg. Fazit von Christine Berg: "Man übersteht die Tage, weil das Filmfest Spaß macht und Energien frei setzt."
Zu den Besucherzahlen äußerste sich Angela Buske. Im vergangenen Jahr mit den 50. Nordischen Filmtagen habe man natürlich einen "Jubiläumsboom" verzeichnen können. Der sei schwer zu toppen. Letztes Jahr wurden insgesamt 24.000 Besucher registriert, in diesem Jahr werde man dieses Ergebnis wohl auch erreichen, denn das Lübecker Publikum ströme in die Kinos. Der Anteil der verkauften Karten liege bei 14.000. Den Rest bilde das Fachpublikum, die Journalisten, die Filmemacher und sonstige Akkreditierte. 14.000 verkaufte Karten bringen immerhin 75.000 Euro, ein wichtiger Posten im Gesamtetat, der bei rund 600.000 Euro liege.
Die Filmtage seien internationaler geworden, stellte Christine Berg fest. Es wurde mehr Englisch gesprochen als in früheren Jahren. Neu war in diesem Jahr ein Filmmarkt. Anbieter und Einkäufer wurden zusammengebracht. Zwar kamen "nur" 15 Vertreter von Filmverleihen. Die aber seien handverlesen eingeladen worden. Es habe keinen Sinn, Filmverleihe einzuladen, die zum Beispiel international in Amerika tätig seien. Eine gewisse Affinität zum skandinavischen Film sei schon notwendig. Ein Film habe gute Chancen, zusätzlich ins kommerzielle Kino zu kommen. Das klinge nicht nach großem Erfolg. Man müsse jedoch bedenken, dass in Berlin oder Cannes Hunderte von Filmen gezeigt werden. Zehn Verkäufer dort seien ein großer Erfolg. Insofern lohne sich das Treffen, wenn ein Film zusätzlich den Weg ins große Kino schaffe.
Als weiteren Pluspunkt sieht das verantwortliche Damentrio, dass Filmschaffende sich über die nationalen Grenzen hinweg kennen gelernt haben. Gerade für kleine Länder, die baltischen Staaten oder Island, seien Koproduktionen manchmal die einzige Möglichkeit, ein Filmprojekt zu realisieren. Fazit der Intendantin: "Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben noch manches vor uns; Verbesserungen sind immer möglich. Aber wir haben gute Schritte in die Zukunft getan." Die 52. Nordischen Filmtage Lübeck finden vom 3. bis 7. November 2010 statt.

Hl-live.de vom 08.11.09
Foto: Ernst Christ beim Abschlussgespräch mit Angela Buske, Linde Fröhlich und Christine Berg. Foto: Florian Vollmers/NFL

Banner