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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 11. März 2010 um 00:00 Uhr

20.holstentor_autofreiHolstentor autofrei? Lübeck diskutiert über Künasts Idee. Die Straßen am Holstentor als autofreie Zone? Die Grüne Renate Künast hat mit dieser ungewöhnlichen Forderung Aufsehen erregt. In Lübeck stößt ihre Initiative gleichermaßen auf Zustimmung und Ablehnung. Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, hat ein Herz für Lübecks Wahrzeichen. „Der Verkehr rund ums Holstentor muss weg – wenigstens an den Wochenenden",
sagte sie jüngst bei der Eröffnung des neuen LN-Hauptstadtbüros in Berlin. Ist das denkbar? Befürworter und Gegner des Vorschlags halten sich die Waage. Die LN befragten Lübecker und Besucher in der Nähe des Holstentors, was sie von der Forderung der Grünen-Politikerin halten. „Von uns aus kann die ganze Altstadt autofrei sein", sagt das Ehepaar Birgit (67) und Klaus (71) Jüdes aus Lübeck. Eine Innenstadt ohne Durchgangsverkehr würde bei ihnen auf große Zustimmung stoßen. Karin und Jochen von Ahlen aus Eutin äußern sich eher skeptisch: „Das ist doch Unsinn. Wie sollen die Leute denn in die Stadt kommen?" Sie argumentieren, dass Autos den „freien Blick aufs Holstentor nicht stören".
„Den Vorschlag finde ich nicht schlecht", sagt die 21-jährige Lübeckerin Maren Gerstner: „Das rückt die Historie wieder in den Vordergrund." Wenn an Wochenenden die Autos im Bereich des Holstentores ausgesperrt würden, hätte man einen ungehinderten Zugang zu den Grünflächen davor: „Für Familien mit Kindern wäre das ein großer Vorteil." Ganz anders sieht das die Lübeckerin Ursula Köhring. Lübeck leide doch schon jetzt darunter, dass die Innenstadt so schlecht erreichbar sei. Eine Sperrung der Straßen rund ums Holstentor würde viele potenzielle Besucher der Hansestadt vermutlich abschrecken, nach Lübeck zu fahren. Gregor Bordt (46) aus Mölln reagiert mit knappen Worten auf den Künast-Vorschlag: „Den Sinn verstehe ich nicht." Eine derartige Verkehrsberuhigung ist seiner Ansicht nach „viel zu punktuell".
Genau hier setzt Lübecks Tourismus-Chefin Andrea Gastager an: Es sei „aus touristischer Sicht eine schöne Idee, das Wahrzeichen der Stadt ohne Verkehrslärm und Autoabgase erleben zu können". Allerdings, lautet ihre Einschränkung, „müsste dann wohl der Inselstatus der Altstadt aufgegeben oder ein Tunnel gegraben werden, um den Handel und Verkehr in der Innenstadt nicht von der Außenwelt abzuschneiden". Am Holstentor, findet auch Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), „laufen zu viele Verkehrsachsen entlang. Wo soll der Verkehr, zum Beispiel aus der Possehlstraße, denn hin?" Also eher eine Schnapsidee von Renate Künast, wie Lübecks Verwaltungschef meint.
Stadtplaner Helmut Schünemann räumt ein, die Idee der Grünen sei „nicht schlecht – aber kaum zu realisieren". Die Verwaltung habe das in den 80er Jahren schon mal geprüft. Damals ging es darum, auf der Fläche vor der Holstentorhalle das Kaufhaus „Horten" zu bauen, den gesamten Bereich stadteinwärts vom Lindenteller an bis zu den Salzspeichern zur Fußgängerzone zu machen und den Verkehr in beiden Richtungen auf der anderen Seite des Holstentores vorbeizuführen. Aber das, so hatte man ermittelt, würde nicht funktionieren. „Die Holstenstraße ist die Hauptschlagader zur Altstadt aus westlicher Richtung", sagt Schünemann. „Wenn, dann müsste man schon den gesamten Bereich sehr aufwendig umbauen." Temporäre Sperrungen seien noch weniger vorstellbar, „denn Fußgänger nehmen Verkehrsflächen nicht als Fußgängerzone wahr". Zudem müssten die 30 Busse pro Stunde wohl dennoch am Holstentor vorbeifahren. Für eher umsetzbar hält der Stadtplaner, dass man vom Lindenteller kommend eine Fahrspur wegnimmt, „um etwa drei Meter zu gewinnen, die der Holstentor-Insel zugeschlagen werden könnten".
Von Torsten Teichmann und Sabine Risch
ln-online/lokales vom 10.03.2010 09:31
Foto: Wenn es nach Renate Künast von den Grünen geht, sollen in Zukunft so wenig Autors am Holstentor fahren wie auf diesem Bild. Foto: WOLFGANG MAXWITAT
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