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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 18. November 2009 um 00:00 Uhr

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res_16Nördliche Wallhalbinsel- Nichts geht voran: Die Investoren der Hafencity haben die erste Rate des Kaufpreises nicht überwiesen. Jetzt plant die Politik ohne sie. Die Isländer hingegen erheben schwere Vorwürfe gegen die Stadt. Es sollte das Jahrhundert-Projekt werden in der Hansestadt: die neue Hafencity

auf der nördlichen Wallhalbinsel. Satte 160 Millionen Euro wollten der isländische Investor Development, Construction and Properties (DCP) dort verbauen und auf dem 70 000 Quadratmeter großen ehemaligen Hafenareal einen neuen, lebendigen und modernen Stadtteil errichten. Vor zwei Jahren wurde das Projekt groß angekündigt – jetzt liegt es auf Eis.
Die Wirtschaftskrise macht den Isländern zu schaffen. „Sie haben Schwierigkeiten, das Projekt umzusetzen“, erklärt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). „Für solche großen Projekte ist nicht die Zeit“, stimmt Dirk Gerdes, Chef des Koordinierungsbüros Wirtschaft (KWL) zu. Nach LN-Informationen hat die Stadt DCP jetzt ein Ultimatum gesetzt. Bis zum 20. November müssen sie sich entscheiden, ob sie das Projekt weiter betreuen. Die erste Rate des Kaufpreises (insgesamt 19,2 Millionen) von 3,4 Millionen Euro haben sie nicht überwiesen.
„Ich glaube, dass das Projekt kurzfristig nicht kommt“, meint deshalb auch CDU-Wirtschaftsexperte Klaus Puschaddel. Zum genauen Stand der Dinge äußern sich die Isländer nicht, erheben aber schwere Vorwürfe. „Die Stadt hat Fehler gemacht bei der Ausschreibung – das hat zu Verzögerungen und unerwarteten Kosten für uns geführt“, erklärt Franz Jezorski von DCP. Zudem seien sie „von der Stadt unter Druck gesetzt worden“, einen Masterplan-Wettbewerb auszuschreiben, der wieder Kosten verursacht habe. Außerdem hätte DCP erst jetzt erfahren, dass die Hansestadt einen Bebauungsplan erarbeitet hat – auf Grundlage des Masterplans, der nach Ansicht von Jezorski gar nicht der Stadt, sondern DCP gehört. „Das Verfahren hätte ein Teamwork sein sollen – zwischen der Stadt, den Architekten und uns“, kritisiert Jezorski. Stadtplaner Herbert Schnabel stellt die Situation anders dar. „DCP wusste, dass wir am Bebauungsplan arbeiten.“ Zudem habe nicht DCP allein den Wettbewerb bezahlt (100 000 Euro), sondern die Stadt habe zusätzliche 15 000 Euro investiert.
Unklar ist, wie das Projekt Hafencity jetzt weitergeht. Deshalb wird in der Politik auch schon an einem Plan B gearbeitet. Die Idee: Nicht die Isländer sollen das Areal als Ganzes kaufen, sondern die KWL soll es in kleinen Portionen entwickeln und vermarkten – ähnlich wie im Hochschulstadtteil. SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt ist angetan: „Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie es weitergeht.“ Man wolle das Projekt nicht jahrelang brach liegen lassen. Die Krux: Die Isländer haben 2007 den Investorenwettbewerb gewonnen und etwa eine Million Euro in das Projekt gesteckt. Das müsse geklärt werden, so Reinhardt.
Auch die Grünen hegen Sympathie für die Idee, fordern aber eine Wohnungsmarktanalyse. Fraktionschef Bernd Möller nimmt sich die Hamburger Hafencity als Vorbild, die von einer städtischen Entwicklungsgesellschaft vorangetrieben wird. Möller: „Wozu brauchen wir die Isländer, wenn es nur darum geht, die Baufelder zu vermitteln?“
Skeptisch hingegen reagieren CDU und FDP. Puschaddel: „Man muss abschätzen, ob die KWL das wirtschaftliche Risiko überhaupt tragen kann.“ FDP-Vormann Thomas Schalies teilt die Bedenken: „Ich halte wenig von der Idee. Wenn ein Privater das Projekt nicht schafft, dann traue ich es auch keiner städtischen Gesellschaft zu.“


Von Josephine von Zastrow
Ln-online/lokales vom 18.11.2009 00:00
Ähnlich den Media Docks soll Lübecks Hafencity aussehen. Derzeit ist das Projekt aber ins Stocken geraten. Foto: Lübecker Nachrichten



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