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Geschrieben von: LN Beitrag Montag, den 23. Februar 2009 um 00:00 Uhr

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priwalltrave-2Trave zu schmal? Stadt prüft Verbreiterung für den Hafen. Travemünde boomt - der Hafen wie der Tourismus. Jetzt drohen sich beide Wirtschaftszweige zu behindern. Derzeit wird der Ausbau der Trave geprüft - was die Ferienanlage auf dem Priwall gefährdet. Überraschende Pläne für Travemünde: Müssen Teile des Priwalls dem Hafenausbau weichen?

 

Entsprechende Vorschläge haben die Hafen-Experten der Stadt ausgearbeitet. "Aus Sicht der Hafenentwicklung wäre das positiv", sagt Hans-Wolfgang Wiese, Chef der Hafenbehörde. Zurzeit wird ein Gutachten erstellt, das im Sommer fertig sein soll.

Die Pläne sehen vor, die Trave im Lübecker Seebad um satte 50 Meter zu verbreitern - zwischen Südermole und Siechenbucht. Das bedeutet allerdings, dass ein gutes Stück vom Priwall weggebaggert werden müsste. Dadurch könnten aber zwei Schiffe aneinander vorbeifahren - durch das schmale Nadelöhr zum Skandinavienkai. Der Grund für den millionenschweren Aufwand: Zurzeit laufen 150 Schiffe in der Woche den Hafen an - also passieren die Schiffe 300-mal die Vorderreihe. Es wird in Zukunft aber mit wesentlich mehr Schiffen gerechnet, da dem Lübecker Hafen bis 2025 eine Verdoppelung des Umschlags auf 60 Millionen Tonnen vorhergesagt wird. Rolf Klein, Sprecher der Hafengesellschaft (LHG), schränkt ein: "Das heißt aber nicht, dass das mit einer Verdoppelung des Schiffsverkehrs einher geht. Denn die Schiffe werden größer und haben größere Ladekapazitäten."


Aber mit der sogenannten Zweischiffigkeit sollen auch die Wartezeiten abgeschafft werden. Zurzeit müssen einlaufende Schiffe bis zu 30 Minuten vor Travemünde warten. "Lübeck darf nicht ins Hintertreffen geraten", so Wiese. Denn Rostock/Warnemünde hat die Zweischiffigkeit, Wismar und Kiel können damit ebenfalls aufwarten. Dennoch ist Wiese vorsichtig: "Ich kann nicht abschätzen, wie groß der Nutzen eines solchen Trave-Ausbaus ist."

Deshalb will er das Gutachten abwarten. Sollte das allerdings zu dem Ereignis kommen, dass der Hafen die Zweischiffigkeit braucht, kollidiert das vor allem mit dem neuen Priwall-Waterfront-Projekt. Denn dort soll eine Ferienanlage mit Hotel, Schwimmbad, Villen, Restaurants, Läden und Flaniermeile entstehen. Der dänische Investor Sven Hollesen will dort mehr als 100 Millionen Euro verbauen. Das Grundstück hat die Stadt ihm bereits verkauft. Allerdings hat sie sich wegen einer Verbreiterung der Trave ein Rücktrittsrecht festgeschrieben - für ungefähr ein Jahr. Hollesen: "Der Ausbau der Trave würde eine wesentliche Beeinträchtigung des Projektes bedeuten." Aber Hollesen sieht die Sache gelassen: "Ich bin überzeugt, dass der Ausbau nicht kommt. Ich habe großes Vertrauen in die Bürgerschaft."

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): "Es ist nicht auszuschließen, dass sich Hafenentwicklung und Tourismus in 15 bis 20 Jahren beißen." Deshalb habe man jetzt das Gutachten in Auftrag gegeben. Er sieht die Zweischiffigkeit nicht als "aktuelle Planung", sondern als Möglichkeit für die Zukunft, die es zu prüfen gelte.

Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) sieht es anders: "Die Zweischiffigkeit ist Quatsch." Denn dann könne man den "Priwall dicht" machen. Halbedel: "Für mich hat der Tourismus in Travemünde in jedem Fall Vorrang." CDU-Mann Klaus Puschaddel: "Das wäre ein erheblicher Eingriff." Denn der Priwall müsste dafür erheblich "angeknabbert" werden. CDU-Vize Klaus Petersen hält nicht viel von den Plänen: "Da kann man ja gleich den Stichkanal durch den Priwall machen."

Eine alte Idee, die von Hans-Gerd Gieleßen, Chef der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) immer mal wieder vorgebracht wird. Demnach könnte durch einen Durchstich am Pötenitzer Wiek eine Art Parcours für die Schiffe geschaffen werden: Einfahrt durch die Trave, Ausfahrt durch den Stichkanal. Doch bislang ist dieser Plan immer abgelehnt worden. Zudem ist der Bereich geschütztes FHH-Gebiet.


Von Josephine von Zastrow,
LN vom 23.02.08

Foto: Priwall: Blick auf Segelhafen mit Passat und Altstadt Travemünde
Jürgen Howaldt

 

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