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Geschrieben von: HL-live Freitag, den 19. Februar 2010 um 00:00 Uhr

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22.ryanairDer Lübecker Flughafen steht und fällt mit Ryanair. Jetzt streichen die Iren ihr Angebot zusammen. Ist der Airport damit noch zu retten? Streit um den Flughafen-Ausbau, ein Bürgerbegehren mit ungewissem Ausgang, die Suche nach einem Investor – Lübeck-Blankensee steckt in schweren Turbulenzen. Und jetzt diese Nachricht: Keine Flugverbindung mehr nach Dublin (Irland), nach Alghero (Sardinien), nach Frankfurt- Hahn, das Angebot nach London-Stansted ausgedünnt. Nach Einschätzung des Flughafen-Geschäftsführers Michael Lange bricht ein Viertel des Passagieraufkommens weg. Die Zahlen bewegten sich wieder auf dem Stand von 2008 (522 000). „Das war der falsche Schritt zum ungünstigsten Zeitpunkt", kommentiert Lübecks Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel den Schritt der Iren. Das allerletzte Wort über die Kürzung des Sommerfahrplans sei aber noch nicht gesprochen, macht er sich Hoffnung.
„Wir sind mit Ryanair im Gespräch, versuchen zu retten, was zu retten ist." Setzt Ryanair seine Ankündigungen im Sommerflugplan um, bringt das die Stadt in elementare Schwierigkeiten. „Unser Take-Off-Konzept müsste komplett überarbeitet werden", räumt der Senator ein. Die avisierten Passagierzahlen waren anhand des zuletzt vorhandenen Streckennetzes berechnet worden.
Auf diese Schwachstelle zielt der Kieler Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU): „Die Entscheidung Ryanairs macht ein klares Bekenntnis der Stadt Lübeck zum Flughafen um so wichtiger. Sie zeigt, dass die Stadt ein Konzept für den best case und den worst case erarbeiten muss." Soll heißen: Lübeck möge sich die Prognosen nicht schönrechnen, wenn der Flughafen eine Überlebenschance haben will.
Der grüne Landtagsabgeordnete Thorsten Fürter aus Lübeck glaubt wie seine Fraktion weiter nicht an eine Erfolgsgeschichte des Flughafens. Die angepeilten Passagierzahlen von über einer Million in diesem Jahr seien unerreichbar, kein Investor werde mehr Interesse zeigen. Fürter fordert die Befürworter des Bürgerbegehrens auf zu überprüfen, ob sie ihr Vorhaben nicht zurückziehen. „Mit der Ryanair-Entscheidung ist schließlich ihre Geschäftsgrundlage entfallen." Das Bürgerbegehren für den Erhalt des Airports soll am 25. April stattfinden. Nach Einschätzung des Lübecker SPD-Kreisvorsitzenden Peter Thieß ist Ryanair die Zukunft Blankensees „ziemlich egal, es kommt den Iren nur darauf an, Geld zu verdienen".
Der Förderverein „Check-In Lübeck" kämpft gegen eine Verunsicherung der Öffentlichkeit – und in den eigenen Reihen. „Wir dürfen uns nicht von täglichen Negativ-Nachrichten aus dem Konzept bringen lassen", macht sich der Vorsitzende Nicolaus Lange Mut. Ryanair reagiere auf einen Rückgang von Buchungen, die durch eine von den Kritikern verursachte Verunsicherung ausgelöst worden sei. „Gerade ein Geschäftsreisender – und da ist London attraktiv – will langfristige Buchungssicherheit", beschreibt Lange das Desaster. Die CDU-Landtagsfraktion in Kiel versuchte es gestern mit Durchhalteparolen. „Das Angebot des Landes für eine Förderung des Ausbaus des Flughafens wird durch die Entscheidung Ryanairs nicht beeinträchtigt", sagt der verkehrspolitische Sprecher HansJörn Arp. Andreas Leicht, Präses der IHK Lübeck, erklärte: „Wir sind überzeugt, dass weitere Airlines Lübeck in ihren Flugplan aufnehmen, sobald der Flughafen eine sichere Perspektive hat."
Der Flughafen legte gestern neue Zahlen vor. Im Januar stieg die Passagierzahl auf 33 720, das sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. „Wir sind zufrieden, die ersten drei Monate eines Jahres sind bekannterweise nicht gerade die buchungsstärksten", teilte die Flughafen-Leitung mit.
Von Curd Tönnemann
Ln-online/lokales vom 17.02.2010 01:01
Foto:Die Billig-Airline Ryanair kürzt ihr Angebot vom Flughafen Lübeck. Dessen Geschäftsführer Michael Lange kämpft nach der jüngsten Hiobsbotschaft gegen eine Verunsicherung potenzieller Fluggäste: „Unser Airport ist auch nach dem 31. März weiter buchbar." Foto: ROESSLER
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