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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 25. März 2010 um 00:00 Uhr

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32.echnungsprueferLübeck – Schwerer Rückschlag für den Flughafen Blankensee: Die städtischen Rechnungsprüfer legen der Hansestadt nah, den Airport abzuwickeln.„Da bis zum Prüfungszeitpunkt kein Investor in Sicht ist und auf Grund der schlechten betriebswirtschaftlichen Zahlen auch kaum Aussicht darauf besteht, sollte die Hansestadt in Erwägung ziehen, die Flughafen-Auflösung abzuwickeln", so die Rechnungsprüfer in einem internen Vermerk vom 23. März. Die Bürgerschaft hatte das Rechnungsprüfungsamt (RPA) im Oktober 2009 mit der Sonderprüfung beauftragt.Das RPA kritisiert die von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) in den beiden Take- Off-Konzepten vorgelegten Zahlen. Die Steigerung der Passagierzahlen sei zu optimistisch, die Steigerung der Erlöse ebenfalls. „Als besonders problematisch hat sich die Abhängigkeit der Flughafengesellschaft von sogenannten Billigfliegern erwiesen",
so die Rechnungsprüfer. Bei diesem Geschäftsmodell fließe teilweise mehr Geld vom Flughafen an die Airlines als umgekehrt. Grund seien niedrige Landeentgelte und Marketingzuschüsse. Lübeck habe von 2006 bis 2008 Zuschüsse von insgesamt 585 000 Euro gezahlt. Das RPA zweifelt daran, dass die irische Billigfluggesellschaft Ryanair tatsächlich eine Basis in Blankensee errichten wird. Und die ablehnende Haltung des Landes zu einer Beteiligung am Flughafen Blankensee werfe die Frage auf, „inwieweit es Aufgabe der Hansestadt ist, im Rahmen der Daseinsvorsorge einen Flughafen vorzuhalten."

Nach Angaben der Rechnungsprüfer hat der Airport seit 2005 jährlich Verluste zwischen 4,5 und sechs Millionen Euro geschrieben. Die Flughafengesellschaft sei zudem überschuldet. Um eine drohende Insolvenz abzuwenden, muss die Hansestadt eine Rangrücktrittserklärung unterschreiben. Darin würde sie bis zur Genesung des Unternehmens auf ihre Forderungen verzichten. Diese Erklärung wurde im jüngsten Hauptausschuss mehrheitlich abgelehnt.
Das RPA hält auch die neuen Betreibermodelle, die Saxe entwickelt hat, nicht für tragfähig. Saxe will den Airport wie den Hafen betreiben – die Stadt stellt die Infrastruktur und refinanziert ihre Kosten durch Pachtentgelte, die der Flughafen zahlt. Die Rechnungsprüfer: „Der Vergleich mit dem Lübecker Hafen ist nicht angebracht, da sich diese Gesellschaft seit Jahren etabliert hat und die entsprechenden Entgelte erwirtschaftet."
Erst vor einem Monat hatte die Landesregierung die Zukunftsmodelle für den Airport als nicht tragfähig kritisiert. Vor 14 Tagen musste die neue Geschäftsführung die Investitionskosten nach oben korrigieren. SPD-Kreisvorsitzender Peter Thieß spricht von einem „vernichtenden Urteil": „Die Rechnungsprüfer bestätigen, was wir immer gesagt haben." Die Initiatoren des Bürgerentscheids am 25. April bleiben dennoch zuversichtlich. CDU-Fraktionschef Andreas Zander: „Ich gehe davon aus, dass wir einen Investor finden. Dann brauchen wir nicht abzuwickeln." Klar sei, dass Lübeck den Airport auf Dauer nicht betreiben könne.
Der Flughafen meldete gestern wachsende Passagierzahlen. In den ersten beiden Monaten wurden 2,8 Prozent mehr Fluggäste abgefertigt als im Vorjahreszeitraum.

Von Kai Dordowsky
Ln-online/lokales vom 25.03.2010 08:44
Foto: Billigflieger landen in Lübeck – bislang ein für die Stadt.
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